Auslandssemester finanzieren

Tipps und Infos zu Kosten, Budget und Förderungen

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Ein Semester in Barcelona, Wien oder vielleicht sogar Sydney: Der Gedanke daran klingt nach Freiheit, neuen Freundschaften und spannenden Erfahrungen. Doch wie lässt sich ein Auslandssemester finanzieren? Denn zu einem gut geplanten Abenteuer gehört auch ein durchdachter Finanzplan.

So viel kann ein Auslandssemester kosten

Ein Auslandsaufenthalt erweitert Deinen Horizont und stärkt Deine interkulturellen Kompetenzen. Außerdem können wertvolle Erfahrungen, neue Perspektiven und internationale Kontakte Dir auch später im Berufsleben helfen. Allerdings bringt ein Auslandssemester verschiedene Ausgaben mit sich, die Du bei Deiner Planung im Blick behalten solltest – zum Beispiel Studiengebühren, Kosten für Unterkunft, Verpflegung und den täglichen Lebensbedarf sowie Versicherungsbeiträge und mögliche Visagebühren. Hinzu kommen häufig Ausgaben für Lehrmaterialien und öffentliche Verkehrsmittel.

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Wie viel Geld Du für Dein Auslandssemester brauchst, hängt dabei stark vom Zielland, der Universität und Deinem persönlichen Lebensstil ab. Rechne in Westeuropa mit monatlichen Lebenshaltungskosten von 1.000 bis 1.800 Euro plus 1.000 bis 3.000 Euro Studiengebühren pro Semester.

In Skandinavien gibt es zwar vielerorts keine Studiengebühren, dafür aber höhere Lebenshaltungskosten. Außerhalb Europas musst Du für ein Semester oder Studium noch einmal mehr Geld einplanen. Denn neben häufig hohen Studiengebühren (beispielsweise 10.000 bis 20.000 Euro pro Semester an öffentlichen Universitäten in den USA) können höhere Reisekosten, Visakosten und ähnliche Zusatzausgaben hinzukommen.

Möglichkeiten, ein Auslandssemester zu finanzieren

Angesichts dieser Kosten fragst Du Dich vermutlich, wie Du Dein Auslandssemester finanzieren kannst. Viele Studierende greifen dazu auf verschiedene Quellen zurück. Oft teilen sie die Finanzierung auf mehrere Säulen auf, zum Beispiel private, institutionelle oder staatliche Ressourcen. Weil es dabei sehr auf Deine individuelle Situation ankommt, lohnt sich ein genauer Blick auf die konkreten Finanzierungsmöglichkeiten.

Stipendien

Ein Auslandsstipendium unterstützt Dich finanziell, ohne dass Du das Geld später zurückzahlen musst. Es kann von staatlichen Einrichtungen, Stiftungen, Hochschulen oder privaten Organisationen vergeben werden. Neben der finanziellen Hilfe ist ein Stipendium auch eine Anerkennung Deiner Leistungen, da manche Stipendienstellen in ihren Auswahlkriterien besonderes Engagement voraussetzen.

Besonders bekannt ist das Erasmus-Stipendium, das Studierende innerhalb der EU und assoziierter Länder bei ihrem Auslandssemester mit etwa 540 bis 600 Euro pro Monat fördert. Die Höhe der Zuschüsse legt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) einheitlich für ganz Deutschland fest. Die Förderbeträge können sich jährlich ändern und orientieren sich sowohl am jeweiligen Gastland als auch an den bestehenden Austauschabkommen der einzelnen Universitäten mit ihren Partnerhochschulen. Mit der Förderung können beispielsweise Teile der Studiengebühren sowie zusätzliche Lebenshaltungskosten abgefangen werden.

Vorteile: Ein Stipendium verschafft Dir finanzielle Entlastung und lässt Dir Freiraum, Dich voll auf Dein Auslandssemester zu konzentrieren. Außerdem wertet es Deinen Lebenslauf auf.

Nachteile: Die Vergabe ist häufig an bestimmte Voraussetzungen gebunden und die Auswahl kann sehr wettbewerbsorientiert sein.

Tipp:

Informiere Dich frühzeitig über Bewerbungsfristen und wähle Stipendien, die gut zu Deinem Studienfach und Engagement passen. 

Auslands-BAföG

Das Auslands-BAföG ist eine staatliche Förderung, die speziell für ein Studium im Ausland gedacht ist. Selbst wenn Du in Deutschland kein BAföG erhältst, kannst Du für Dein Auslandssemester Anspruch darauf haben. Die Förderung deckt nicht nur einen Teil der Lebenshaltungskosten, sondern auch Zuschüsse zu Reisekosten, Studiengebühren und Versicherungen ab. Die Höhe hängt vom Land, den individuellen Lebenshaltungskosten und Deiner finanziellen Situation ab. Ein Antrag kann sich also lohnen, da die Bedingungen oft günstiger sind, als viele denken.

Vorteile: Das Auslands-BAföG bietet eine verlässliche Unterstützung und muss nur teilweise zurückgezahlt werden.

Nachteile: Die Beantragung kann zeitaufwendig sein und erfordert viele Nachweise.

Tipp:

Stelle Deinen Antrag mindestens sechs Monate vor Beginn des Auslandsaufenthalts, um die rechtzeitige Auszahlung zu sichern. 

Studienkredit

Ein Studienkredit kann eine flexible Lösung sein, wenn andere Förderungen nicht ausreichen. Banken oder öffentliche Einrichtungen bieten spezielle Kredite an, um ein Auslandsstudium oder Auslandssemester zu finanzieren. Die Kreditsumme richtet sich nach Deinen Bedürfnissen und kann monatlich oder als Einmalbetrag ausgezahlt werden. Die Rückzahlung beginnt in der Regel erst nach Abschluss des Studiums, so dass Du unterdessen finanziell unbelastet bleibst.

Vorteile: Ein Studienkredit schafft finanzielle Sicherheit und ist meist studierendenfreundlich gestaltet.

Nachteile: Der Studienkredit muss vollständig zurückgezahlt werden.

Tipp:

Vergleiche verschiedene Anbieter und achte auf Zinsen, Laufzeiten und Rückzahlungsmodalitäten. 

Nebenjob im Ausland

Viele Studierende entscheiden sich dafür, während des Auslandssemesters zu arbeiten. Besonders praktisch ist es natürlich, wenn Du über passives Einkommen verfügst oder wenn Du Deinen Nebenjob remote ausüben kannst, dem Du zu Hause nachgehst.

Jedoch bietet ein Nebenjob vor Ort im Ausland nicht nur eine zusätzliche Einkommensquelle, sondern auch wertvolle Einblicke in die Arbeitskultur des Landes. Dabei sammelst Du praktische Erfahrungen, verbesserst Deine Sprachkenntnisse und lernst neue Menschen kennen. Die Art des Jobs hängt stark vom Land und den dortigen rechtlichen Regelungen ab. Häufig handelt es sich um Tätigkeiten im Service, an der Universität oder in Projekten mit internationalem Bezug.

Vorteile: Du verdienst eigenes Geld und stärkst gleichzeitig Deine Selbstständigkeit sowie Dein Verantwortungsbewusstsein.

Nachteile: Ein Nebenjob kann Zeit kosten und Dein Studium im Ausland zusätzlich belasten, wenn Du zu viele Stunden arbeitest.

Tipp:

Kläre vorab, ob Dein Visum oder Studienprogramm eine Arbeitserlaubnis einschließt, und plane genug Zeit für Studium und Freizeitaktivitäten ein. 

Familie und Ersparnisse

Viele Studierende finanzieren ihr Auslandssemester teilweise über familiäre Unterstützung oder eigene Rücklagen. Diese Form der Finanzierung ist besonders unkompliziert, da sie keine Antragstellung oder Rückzahlung erfordert. Eltern, Verwandte und der Freundeskreis können helfen, einen Teil der Auslandssemesterkosten zu tragen. Auch regelmäßiges Sparen im Vorfeld – zum Beispiel durch Nebenjobs in Deutschland – kann das finanzielle Fundament stärken.

Vorteile: Du bleibst schuldenfrei und hast keine vertraglichen Verpflichtungen.

Nachteile: Nicht jede Person verfügt über ausreichende familiäre oder eigene finanzielle Mittel.

Tipp:

Lege frühzeitig ein Sparziel fest und richte ein separates Konto für Dein Auslandssemester ein, um die Übersicht zu behalten. 

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Info:

Viele dieser Möglichkeiten gelten auch, wenn du länger fern der Heimat studieren und zum Beispiel einen Master im Ausland finanzieren und machen möchtest. 

Auslandssemester finanzieren: Kümmere Dich frühzeitig

Ganz gleich für welche Option Du Dich letztendlich entscheidest: Starte am besten mit der Planung Deiner Finanzierung, sobald Dein Auslandssemester konkret wird. Viele Förderprogramme – etwa ein Stipendium oder das Auslands-BAföG – haben lange Vorlaufzeiten, oft sechs bis neun Monate vor Beginn des Studiums im Ausland. Auch die Bearbeitung eines Antrags kann mehrere Wochen dauern.

Parallel dazu ist es sinnvoll, früh mit dem Sparen zu beginnen, um zusätzliche finanzielle Sicherheit zu schaffen. Je eher Du einen Überblick über die Kosten für Dein Auslandssemester hast, desto gezielter kannst Du planen. Mit entsprechender Vorbereitung gehst Du entspannt in Deinen Auslandsaufenthalt und hast genügend Zeit, um alle Fristen zu erfüllen und Unterlagen zu sammeln.

6 Tipps, Dein Auslandssemester klug zu finanzieren

Neben rechtzeitiger Planung und Sparen zählt auch die gute Organisation Deiner Finanzen im Alltag zu einem erfolgreichen Auslandssemester. Damit Du Deine Zeit im Ausland sorgenfrei genießen kannst, helfen Dir diese Tipps:

  • Mache Dir vorab ein Bild!

Wenn Du im Ausland studieren und eine passende Finanzierung finden möchtest, vergleiche die Lebenshaltungskosten in verschiedenen Ländern und Städten. Überlege, wie viel Geld Du voraussichtlich benötigst und welche der oben genannten Finanzierungsmöglichkeiten für Dich infrage kommen. Auf dieser Basis kannst Du entscheiden, wie Du dein Auslandssemester gestalten möchtest.

Notiere während Deines Auslandssemesters Deine Einnahmen und Ausgaben (digital oder auf Papier). So erkennst Du früh, wofür Du Geld ausgibst, und kannst gezielt sparen, ohne auf wichtige Dinge zu verzichten. Besonders hilfreich ist es, Kategorien wie Miete, Lebensmittel oder Freizeit anzulegen, um den Überblick zu behalten.

  • Informiere Dich über Wechselkurse!

Wenn Du außerhalb des Euroraums studierst, schwanken die Kurse oft spürbar. Diese Unterschiede beeinflussen Dein Budget direkt. Prüfe regelmäßig die aktuellen Wechselkurse und nutze eventuell Apps oder Vergleichsportale, um günstig Geld zu wechseln oder zu überweisen.

  • Prüfe Deine Versicherungen!

Eine gute Auslandskrankenversicherung ist unverzichtbar, da sie Dich im Krankheitsfall absichert. Auch weitere Versicherungen wie Haftpflicht oder Reiserücktritt können sinnvoll sein, um Dich vor finanziellen Verlusten zu schützen.

  • Besorge Dir eine Kreditkarte!

Wenn Du Dich für längere Zeit im Ausland aufhältst, ist es sinnvoll, vorab eine Kreditkarte zu beantragen. Mit ihr kannst Du vor Ort direkt auch ohne Bargeld bezahlen. Achte darauf, dass Du eine international anerkannte Kreditkarte wie Visa oder Mastercard wählst und auf möglichst geringe Kosten für die Verwendung im Zielland.

  • Plane Reserven ein!

Unvorhergesehene Kosten gehören zu jedem Auslandsaufenthalt dazu – etwa für Reisen, Kursmaterialien oder spontane Aktivitäten. Wenn Du von Beginn an einen kleinen Betrag pro Monat zur Seite legst, bleibst Du flexibel und vermeidest finanzielle Engpässe.