Hilfreiche Spartipps für Studenten

So meisterst Du die Finanzierung Deines Studiums

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Lesedauer: 11 Minuten

Wer an der Uni oder Hochschule durchstarten möchte, braucht neben Lernmotivation auch ein wenig Finanzwissen: Wie kommst Du für Dein Studium auf? Wenn Du keine oder nur geringe Unterstützung von Deinen Eltern erhältst, profitierst Du von unseren Sparpotenzialen & Spartipps für Studenten.

Ausgaben und Finanzierungsmöglichkeiten

Studienfinanzierung getreu dem Motto „Klappt schon irgendwie“ ist riskant. Mach Dir am besten bereits vor der Immatrikulation Gedanken darüber, wie Du für anfallende Kosten aufkommen wirst. Dafür solltest Du erst einmal klären, wie viel Geld Du monatlich in etwa brauchst. Welche Ausgaben kommen auf Dich während des Studiums zu?

Lebenshaltungskosten und regelmäßige Gebühren• Lebensmittel
• Kleidung
• Arzt- oder Apothekenkosten
• Miete und Nebenkosten
• Telefon und Internet
• Rundfunkbeiträge, solltest Du nicht aufgrund einer BAföG-Förderung befreit sein
• Ggf. Versicherungsbeiträge
• Ggf. Gebühren für Streaminganbieter
• Ggf. Kosten für Mitgliedschaften, z. B. beim Fitnessstudio
Studienrelevantes• Semesterbeiträge
• Lern- und Arbeitsmaterialien wie Laptop oder Fachbücher
• Exkursionen
Sonstiges• Neue Möbel
• Evtl. Fahrtkosten nach Hause
• Freizeitaktivitäten
• Sport
• Urlaub und/oder Festivals

Ausgaben im Blick behalten

Viele Studierende verwalten zum ersten Mal ihren eigenen Haushalt. Da ist es oft schwierig, die Übersicht über Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Im Sommersemester 2021 gaben Studierende durchschnittlich 842 Euro im Monat aus. Das ergab eine Studierendenbefragung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die Daten von über 188.000 Studierenden heranzog. Das ist kein Zuckerschlecken, aber mit einem Finanzplan fürs Studium schaffst Du das! Halte die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben in einer Excel-Tabelle, einem Haushaltsbuch oder einer entsprechenden App fest. So beugst Du finanziellen Engpässen vor.

Genügend Geld fürs Studium

Viele Studierende erhalten Unterstützung ihrer Eltern. Diese bekommen bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld, solange Du Dich noch in Ausbildung befindest. Aber was, wenn Deine Eltern wenig finanzielle Mittel haben? Mit folgenden Spartipps für Studenten kannst Du Deine Ausbildung selbst stemmen:

  • Stipendien:
    Diese Möglichkeit der Studienfinanzierung ist nicht nur etwas für Jahrgangsbeste und Hochbegabte. Es gibt auch Stiftungen für Personen, die in ihrem Leben Schwierigkeiten meistern mussten, die sich ehrenamtlich engagieren oder aus einem bestimmten Landkreis stammen.
  • Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG):
    Der Staat unterstützt Studierende finanziell bei ihrer Ausbildung, wenn deren Eltern die Mittel dazu nicht haben. Er gewährt ihnen ein Darlehen von maximal 934 Euro monatlich (Stand 05/2024), wenn sie nicht bei den Eltern wohnen und keine Familienversicherung mehr möglich ist. Diesen Höchstsatz erhältst Du allerdings nur, wenn Du nicht mehr als 520 Euro monatlich verdienst. Außerdem darf das Einkommen Deiner Eltern einen gewissen Betrag nicht überschreiten: So bleiben pro Monat 2.415 Euro vom Einkommen der miteinander verheirateten oder in einer Lebenspartnerschaft verbundenen Eltern anrechnungsfrei. In sonstigen Fällen sind es 1.605 Euro vom Einkommen jedes Elternteils (Stand 03/2024).
    Haben Deine Eltern monatlich mehr Geld zur Verfügung, sinkt Dein BAföG-Satz. Die Höhe der Ausbildungsförderung hängt außerdem davon ab, ob Du bereits Geld angespart hast. Denn wer Geld auf der hohen Kante hat, erhält weniger staatliche Förderung. Seit dem Wintersemester 22/23 bleiben für Studierende unter 30 Jahren 15.000 Euro bei der BAföG-Förderung unberücksichtigt. Ab 30 Jahren liegt der Vermögensfreibetrag bei 45.000 Euro. Dann spielt auch das Vermögen Deiner Eltern keine Rolle mehr bei der BAföG-Berechnung. Die genauen Voraussetzungen kannst Du beim zuständigen Studentenwerk erfragen oder Dich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung online über das BAföG informieren.
  • Nebenjobs:
    Besonders in Studentenstädten gibt es viele unterschiedliche Jobangebote. Manche beschäftigen sich als Hilfskraft an der Uni oder Werkstudent:in in einem Unternehmen bereits mit studienrelevanten Themen. Andere entscheiden sich für Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten, etwa in der Gastronomie. Denn so können sie tagsüber Vorlesungen besuchen und abends oder am Wochenende einige Stunden arbeiten. Solange Du bei einer solchen Tätigkeit weniger als 520 Euro monatlich verdienst, hat dieser Verdienst keine Nachteile auf die BAföG-Förderung während des Studiums. Für Praktika, Werkstudenten- und andere Nebenjobs im Studium gibt es außerdem einen Steuerfreibetrag: Im Jahr 2024 kannst Du jährlich 11.604 Euro brutto verdienen, ohne Steuern zu zahlen.
  • Bildungsfonds:
    Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen können als Förderer in Bildungsfonds einzahlen. Studenten erhalten dann Fixbeträge bis maximal ein Semester nach ihrer Regelstudienzeit. Du bestimmst vorab, mit welchem Prozentsatz Deines zukünftigen Einkommens Du das Geld zurückzahlst. Auch die Rückzahlungsdauer legst Du fest. Bildungsfonds kannst Du unabhängig von Deinem Einkommen und dem Vermögen Deiner Eltern beantragen. Einige Voraussetzungen gibt es aber: Gute Noten, ein überzeugendes Auswahlgespräch und ein Studienfach mit guten Berufsaussichten. So verringern Investierende das Risiko, dass ein:e Student:in das Geld nicht zurückzahlen kann.
  • KfW-Studienkredit:
    Studierende können einen KfW-Studienkredit beantragen. Das gilt für alle Studiengänge, Erst- und Zweitstudium, Bachelor und Master. Ein solches Darlehen ist komplett unabhängig vom Einkommen. Du kannst es auch neben einer BAföG-Förderung in Anspruch nehmen, falls diese beispielsweise nicht ausreicht, um alle monatlichen Ausgaben zu decken. Einen KfW-Studienkredit beantragst Du bei einem Vertriebspartner der Förderbank. Denn die KfW hat keine eigenen Filialen, sodass alle Angelegenheiten über sogenannte durchleitende Banken erledigt werden. Du kannst zwischen 100 und 650 Euro monatlich beantragen (Stand 2024). Im Unterschied zur BAföG-Förderung zahlst Du den gesamten Betrag, inkl. Zinsen, zurück. Diese sind variabel, werden regelmäßig für ein Jahr festgelegt und liegen aktuell bei 7,51 % (Effektivzins, Stand: Mai 2024).

Die wichtigsten Versicherungen für Studenten

Krankenversicherung

Auch für Studierende ist eine Krankenversicherung Pflicht. In der Regel bist Du beitragsfrei bei Deinen Eltern familienversichert. Wann gilt das nicht?

  1. Am Anfang Deines Studiums kannst Du einmalig entscheiden, ob Du privat oder gesetzlich versichert sein möchtest.
  2. Wenn Du monatlich mehr als 505 Euro verdienst, musst Du Dich selbst versichern. Das kommt zum Beispiel häufig während eines Praxissemesters vor.
  3. Studierende über 25 müssen sich ebenfalls selbst um ihre studentische Krankenversicherung kümmern. Dabei handelt es sich meist um vergünstigte Tarife, die bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres gelten.

Privathaftpflicht

Versehentlich Kaffee über den Laptop eines Kommilitonen geschüttet? Den Schlüssel zum Wohnheim verlegt? Mit einem Fußgänger zusammengestoßen, während Du auf dem Fahrrad hektisch unterwegs zu einer wichtigen Prüfung warst? Schütze Dich vor hohen Kosten, wenn Du Personen-, Sach- und Vermögensschäden an Dritten verursachst. Nicht umsonst wird die Privathaftpflicht als eine der wichtigsten freiwilligen Versicherungen betitelt.

Viele Studenten sind automatisch mitversichert, wenn ihre Eltern eine Familienhaftpflicht abgeschlossen haben. Allerdings solltest Du die Konditionen gründlich prüfen. Denn diese unterscheiden sich je nach Versicherer und Tarif. Eine pauschale Aussage, ob die Familienversicherung bei Dir greift oder nicht, lässt sich kaum treffen. Bei vielen Anbietern gilt beispielsweise eine Altersgrenze von 25 oder 30 Jahren. Oder die Police schließt nur Studierende ein, die ihren Hauptwohnsitz bei ihren Eltern haben. Bist Du versichert? Super! Falls nicht, kümmere Dich am besten direkt um eine entsprechende Police.

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Berufsunfähigkeitsversicherung

Aufgrund von Krankheiten oder Unfällen nicht mehr arbeiten können – das scheint für viele Studierende oft weit weg und unrealistisch. „Das passiert mir schon nicht“ – wer sich auf diese Annahme nicht verlassen möchte, kümmert sich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Studierende ist diese durchaus sinnvoll, da sie noch nicht über die Sozialversicherung abgesichert sind. Außerdem ist das Risiko für eine Berufsunfähigkeit in den meisten Fällen geringer als bei älteren Personen. Entsprechend sind auch die Beiträge niedriger. Wie viel Du monatlich für eine solche Police bezahlst, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Höhe der Berufsunfähigkeitsrente (z. B. 1.000 € pro Monat)
  • Alter
  • Geschlecht
  • Gesundheitszustand

Ein weiterer Vorteil, wenn Du bereits als Student:in eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt: Als Arbeitnehmer:in zahlst Du dann oft weniger als andere Personen, die erst nach dem Studium eine Police beantragen.

Weitere Versicherungen

Entscheide selbst, ob Du zusätzlich in eine oder mehrere der folgenden Versicherungen investieren möchtest:

Steuertipps für Studenten

Du sammelst bereits während des Studiums Praxiserfahrung im Job oder verdienst Dir einfach etwas dazu? Sicher, warum nicht? Das Thema Steuern solltest Du dabei nicht aus den Augen verlieren. Denn auch Studierende zahlen Einkommenssteuer, wenn ihr jährlicher Verdienst den Grundfreibetrag überschreitet: Er liegt im Jahr 2024 bei 11.604 Euro. Wenn Dein zu versteuerndes Einkommen diesen Betrag übersteigt, musst Du Steuern zahlen. Beim zu versteuernden Einkommen hat das Finanzamt bereits alle berücksichtigungsfähigen Ausgaben abgezogen. Informiere Dich bei Bedarf bei einem/einer Steuerberater:in oder Deinem regionalen Lohnsteuerhilfeverein.

Grundsätzlich kannst Du Posten steuerlich absetzen, die Deine Ausbildung betreffen beziehungsweise unmittelbar mit dem Studium zu tun haben, zum Beispiel:

  • Studiengebühren
  • Zinsen für einen Studienkredit
  • Kosten für einen Zweitwohnsitz
  • Fachliteratur und Lernmaterialien
  • Kopier-, Druck- und Bindekosten, z. B. für Studienarbeiten
  • Laptop, den Du zum Arbeiten nutzt
Tipp:

Bewahre Kassenzettel bzw. Belege für Anschaffungen auf, die Du für das Studium geleistet hast. Denn diese kannst Du in einigen Fällen rückwirkend von der Steuer absetzen.

Wie Du sinnvoll Geld sparst

Teile Dir Deine Wohnung mit einem/einer Mitbewohner:in oder iss in der Mensa statt im Restaurant – einfache Ideen, aber durchaus effektiv! Mit folgenden kleinen Finanztipps können Studierende im Alltag clever sparen:

  • Rabatte nutzen:
    Besonders in typischen Studentenstädten bieten Supermärkte, Friseure, Schwimmbäder, Restaurants, Bars, Museen, Kinos und Theater spezielle Studenten-Rabatte an. Dazu musst Du lediglich Deinen Studentenausweis vorzeigen. Außerdem gibt es Notebooks und Tablets für Studierende bei manchen Elektronik-Herstellern günstiger. Kaufst Du diese für die Uni oder Hochschule, kannst Du sie steuerlich absetzen.

Ein Mädchen trägt ein anderes Huckepack

Geld sparen mit der PSD Bank Nürnberg

Mit dem PSD GiroDirekt und dem PSD GiroKlassik erhältst Du attraktive Rabatte bei regionalen Partnern.

  • Günstig reisen von A nach B:
    Innerhalb der Stadt geht das am besten mit dem Semesterticket und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Kosten sind meist bereits im Semesterbeitrag enthalten. Such Dir bei Wochenend-Trips in die Heimat eine Mitfahrgelegenheit oder nimm Andere in Deinem Auto mit. Fährst Du regelmäßig weite Strecken mit dem Zug, die nicht mit dem Semesterticket abgedeckt werden? Dann lohnt sich möglicherweise ein Deutschlandticket oder eine Bahncard. Für Personen unter 27 Jahren ist diese günstiger – eine gute Idee, wenn die Familie nach Geschenkideen fragt.
  • Angebote vergleichen bei Strom und Internet:
    Die Preise von Strom- und Internetanbietern variieren teilweise erheblich. Es ist daher empfehlenswert, verschiedene Angebote einzuholen und ggf. zu wechseln. Der Aufwand kann sich definitiv lohnen.
  • Die richtige Bank:
    Eine weitere Sparmöglichkeit für junge Leute bieten viele Kreditinstitute. Bei der PSD Bank Nürnberg gibt es ein kostenloses Jugend-Girokonto für Studierende bzw. junge Erwachsene bis 27 Jahren und dazu eine kostenlose Kreditkarte. Bezahlen im Alltag und während des Auslandssemesters sind damit ein Klacks.
Tipp:

Auch Studierende sollten bereits an ihre Zukunft denken. Leg schon während des Studiums etwas Geld zur Seite und sorge vor. Unsere Expert:innen helfen Dir gerne dabei, mehr aus Deinen Ersparnissen zu machen. Lass Dich einfach von uns beraten – persönlich, digital oder telefonisch. Gemeinsam finden wir die optimale Lösung für Dich!

* Wir legen großen Wert auf eine geschlechtergerechte Sprache – und stehen in diesem Fall im Konflikt zwischen unseren eigenen Ansprüchen und denen des World Wide Web. Für die bessere Auffindbarkeit online verwenden wir daher den etablierten Begriff „Studenten“, kombinieren diesen aber im Text mit der von uns bevorzugten Schreibweise mit Doppelpunkt oder der Partizip-Form.