Ratenzahlung
Ratenzahlung: Das solltest Du wissen!
Du möchtest am Black Friday Deinen Warenkorb mit einem neuen Smart-TV, einer PlayStation 5 und den passenden Spielen füllen? Oder Deine alte Waschmaschine hat den Geist aufgegeben und Du benötigst eine neue? Musst Du die Gesamtsumme auf einmal zahlen, kann dies ein riesiges Loch in Deinen Geldbeutel reißen. Damit das nicht passiert, bieten Dir einige Händler eine Ratenzahlung an. Was steckt hinter dem Begriff, wie funktioniert ein Ratenkauf und welche Vor- und Nachteile bringt er mit sich? Das erfährst Du in diesem Artikel.
Erklärung: Was ist eigentlich eine Ratenzahlung?
Bei einem Ratenkauf kannst Du als Verbraucher:in ein Produkt kaufen und den Kaufpreis bequem in Raten bezahlen. Du zahlst das gekaufte Produkt in gleichbleibenden monatlichen Teilbeträgen ab. In wie vielen Monatsraten Du den Betrag abbezahlst, hängt dabei vom jeweiligen Unternehmen ab. Häufig liegt die Laufzeit jedoch bei 3 bis 36 Monatsraten.
Durch die Ratenzahlung kannst Du problemlos größere Gesamtsummen stemmen, beispielsweise um Dir einen neuen Smart-TV zu kaufen. Diese Möglichkeit ist allerdings unter Umständen mit höheren Kosten verbunden.
- Kaufst du etwas im Einzel- oder Onlinehandel, profitierst du häufig von einer zinsfreien Finanzierung oder auch 0-Prozent-Finanzierungen. Hier begleichst du den regulären Betrag lediglich in mehreren Etappen, ohne zusätzliche Kosten.
- Anders ist es jedoch bei einem Annuitätendarlehen. Bei bestimmten Unternehmen nimmst Du nämlich beim Ratenkauf ein Annuitätendarlehen auf. Neben dem eigentlichen Kaufbetrag verlangt der Händler bzw. die Bank auch zusätzliche Zinsen von Dir. Das bedeutet, dass zu den aufgeteilten Beträgen noch ein zusätzlicher Zinssatz hinzugerechnet wird. Die Verkaufsstelle sieht die Ratenzahlung als ein Entgegenkommen gegenüber Dir als Käufer:in. Die Verkaufsseite möchte für dieses Entgegenkommen jedoch eine Entschädigung. Dieser Zinssatz variiert von Händler zu Händler.
Beispiel für eine Ratenzahlung: Du durchforstest einen Online-Elektronikhandel nach einem neuen Smart-TV. Im Shop findest Du ein Gerät, das alle Deine Anforderungen erfüllt. Leider liegt der Kaufpreis bei 1.200 Euro – zu viel so kurz vor Weihnachten. Deshalb wählst Du am Ende des Bestellprozesses die Zahlungsoption „In Raten bezahlen“. Nach einem positiven Bonitätscheck erhältst Du eine Bestellbestätigung. Du zahlst die Gesamtsumme von 1.200 Euro bequem in 6 gleichbleibenden, monatlichen Raten zu je 200 Euro ab.
Was ist ein Annuitätendarlehen?
Ein Annuitätendarlehen ist ein Kredit, bei dem Du in gleichbleibenden Monatsraten (Annuität) zu einem vertraglich festgelegten Zinssatz den aufgenommenen Betrag X zurückzahlst.
Wie funktioniert ein Ratenkauf?
Der Ratenkauf funktioniert in mehreren Schritten. Er fängt mit der Produktauswahl im Shop an und endet mit einer bestätigten Ratenzahlungsvereinbarung zwischen Dir und dem Händler. Nachfolgend erfährst Du, welche Schritte Du für eine Ratenzahlung gehen musst.
- Zahlungsoption: Du wählst innerhalb des Bestellprozesses die Option „In Raten bezahlen“ aus. Anschließend legst Du die Laufzeit fest, in der Du die Gesamtsumme zurückzahlen möchtest. Daraus ergibt sich die von Dir zu zahlende Monatsrate inkl. Zinsen. Die Zahlungen kannst Du entweder per Überweisung selbst tätigen oder Du erteilst einen Lastschrifteinzug.
- Anzahlung: Je nachdem, über wen Du die Ratenzahlung abschließt – direkt beim Händler oder bei einer Bank – kannst Du auch eine Anzahlung mit dem Betrag X tätigen. Dadurch senkst Du die monatliche Rate.
- Ratenzahlung beantragen: Mit dem Klick auf den Button „Jetzt kaufen“ oder „Zahlung abschließen“ prüft der Händler automatisch Deine Bonität. So schätzt er ab, ob Du die monatlichen Raten auch wirklich zahlen kannst (Zahlungsfähigkeit). Dies geschieht häufig über die Wirtschaftsauskunftei Schufa. Einige Händler oder insbesondere Banken möchten auch wissen, wie viel Du monatlich verdienst und wie viel Geld Du ausgibst.
- Zahlungsplan: Signalisiert die Schufa dem Händler „Alles in Ordnung“, erhältst Du einen Zahlungsplan für Deine zukünftigen Ratenzahlungen. Dort steht, wann die Ratenzahlung beginnt, wie hoch die Teilbeträge ausfallen und wann sie endet.
- Ratenzahlung beendet: Hast Du alle vereinbarten Raten gezahlt, gilt die Ratenzahlung offiziell als beendet.
Ratenzahlungen: Die einzelnen Optionen
Die Option der Ratenzahlung ist sowohl bei Verkäufer:innen als auch bei Verbraucher:innen relativ beliebt. So schlossen laut Schufa im Kalenderjahr 2024 mehr als 10 Millionen Menschen in Deutschland eine Ratenzahlung ab. Ganz zur Freude der Unternehmen, wie eine Studie der Universität Regensburg belegt. Laut ihr profitieren die Unternehmen durch den Ratenkauf nicht nur in Form einer Umsatzsteigerung, sondern auch in Form von höherer Kundenzufriedenheit.
Entscheidest Du Dich auch für eine Ratenzahlung, solltest Du eines wissen: Es gibt unterschiedliche Optionen. Du kannst beispielsweise den Ratenkauf direkt über den Verkäufer abwickeln oder wählst einen Zahlungsanbieter. Welche Optionen Du wählen kannst, variiert je nach Shop.
Ratenkauf direkt über den Händler
Einige Händler wickeln die Ratenzahlungen selbst ab. Sie verzichten sowohl auf einen externen Zahlungsanbieter als auch auf eine Bank. Du erhältst nach der Bestellung einen Ratenzahlungs- oder Ratenkaufvertrag. Dort findest Du neben der Vertragslaufzeit auch die monatliche Rate, sowie ggf. einen vereinbarten Zinssatz.
Für den Händler bedeutet dies nicht nur einen höheren Aufwand, sondern auch ein höheres Risiko. Denn Bearbeitung, Risikobewertung und Mahnwesen liegen bei ihm.
Ratenkredit über eine Bank
Du hast auch die Möglichkeit, direkt über eine Partnerbank des Händlers, über Deine Hausbank oder über einen Online-Sofortkredit ein Darlehen aufzunehmen. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Annuitätendarlehen. Einige Händler arbeiten hierzu mit Partnerbanken zusammen. Sie leiten Dich dann während des Kaufprozesses an die Website ihrer Partnerbank weiter.
Bei der Partnerbank bist Du jedoch häufig an das Händlerangebot gebunden. Aber was ist, wenn Du beispielsweise am Black Friday unterschiedliche Sonderangebote shoppen möchtest?
In diesem Fall ist ein händlerunabhängiger Online-Sofortkredit sinnvoll. Je nach ausgewählter Bank vergehen vom Kreditantrag bis zur Kreditauszahlung nur 24 bis 72 Stunden (nach Antragseingang). Mit dem Geld kannst Du völlig frei entscheiden, welche Angebote bei Dir im Warenkorb landen.
Eine Ratenzahlung über einen Händler, externen Dienstleister oder eine Bank ist nur mit einer positiven Bonität (Schufa-Auskunft) möglich. Die Ratenzahlung selbst läuft jedoch nicht mit der Schufa. Sie sagt lediglich aus, ob ein Ausfallrisiko besteht und, wenn ja, wie hoch es ist.
Ein Online-Sofortkredit bietet zwar viel Flexibilität, Du solltest Dir allerdings auch die Nachteile bewusst machen:
- Je nachdem, wie ausführlich der Kreditgeber Deine Zahlungsfähigkeit prüft, musst Du mit teilweise hohen Zinsen rechnen.
- Beachte auch, dass mit Online-Sofortkrediten kurze Rückzahlungsfristen verbunden sind. Die Zeiträume zur Rückzahlung betragen oft nur wenige Monate, was höhere Raten zur Folge hat. Eine verpasste Zahlungsfrist führt entweder zu weiteren Gebühren oder direkt zu einem Schufa-Eintrag.
- Da Du Online-Sofortkredite sehr schnell abschließen kannst, besteht das Risiko, mehrere Ratenzahlungen einzugehen. Verlierst Du den Überblick, droht Dir die Überschuldung.
So funktioniert ein Online-Sofortkredit in der Praxis:
- Antrag: Du entscheidest Dich für einen Online-Kredit und gibst Deine persönlichen Daten ein. Neben einem Sofortkredit kannst Du Dir auch einen Dispo- oder Ratenkredit einrichten lassen.
- Angebot: Du entscheidest, wie viel Geld Du benötigst und in wie vielen Raten Du ihn zurückzahlen möchtest- je nach Bank kannst Du eine Kreditsumme von 500 bis zu 75.000 Euro beantragen.
- Vertrag: In diesem Schritt überprüfst Du noch einmal alle Vertragsdaten. Insbesondere solltest Du einen Blick auf die Gesamtkosten (inkl. Zinsen) sowie das Kleingedruckte werfen. Hier können kostenpflichtige Zusatzleistungen enthalten sein, wie zum Beispiel Restschuldversicherungen, Bearbeitungsgebühren oder die Option zur Express-Rückzahlung des Kredits.
- Legitimation: Per Video-Ident-Verfahren prüft die Bank, ob Du wirklich die Person bist, für die Du Dich ausgibst. Hierzu benötigst Du ein gültiges Ausweisdokument (Personalausweis, Reisepass).
- Fertig: Die Bank prüft umgehend Deinen Antrag. Genehmigt sie ihn, erhältst Du das Geld innerhalb weniger Stunden.
Ratenzahlung über einen Zahlungsdienstleister
Die Bearbeitung, Risikobewertung und das Mahnwesen kosten das Unternehmen viel Zeit. Deshalb lagern sie den Prozess der Ratenzahlung gerne an einen spezialisierten Anbieter aus, wie:
- Klarna
- PayPal
Aber wie funktioniert diese Art der Ratenzahlung eigentlich? Für Dich unterscheiden sich die Optionen eigentlich kaum – ob Du Deine Rate jetzt an den Händler bezahlst oder an einen Dienstleister, macht keinen Unterschied. Für den Händler hingegen ändert sich einiges. Er tritt die Forderung nämlich an den externen Zahlungsdienstleister ab.
Der Zahlungsdienstleister zahlt dem Händler den Kaufpreis aus und Du zahlst ihn fortan in monatlichen Raten ab. Außerdem übernimmt der externe Zahlungsdienstleister sämtliche Aufgaben, wie die Kreditbearbeitung, das Risikomanagement und natürlich das Risiko eines Zahlungsausfalls. Der Händler spart hierdurch nicht nur Zeit, sondern geht auch kein Risiko ein.
Welche Chancen und Risiken ergeben sich aus der Ratenzahlung?
Die Ratenzahlung eröffnet Dir als Käufer:in völlig neue Möglichkeiten! Sie bietet Dir eine flexible Finanzierungsmöglichkeit auf Waren, die ansonsten zu teuer für Dich wären.
Große Chancen bringen aber auch Risiken mit sich. Schließlich gehst Du für einen bestimmten Zeitraum eine Zahlungsverpflichtung ein. Kannst Du die monatlichen Raten irgendwann – vielleicht wegen eines Jobverlustes – nicht mehr bezahlen, gerätst Du in Schulden. Prüfe deshalb unbedingt vorab, ob Du bei dieser Zahlungsmöglichkeit die monatliche Rate selbst bei einem Jobverlust stemmen könntest.
Übersicht: Wo liegen die Vor- und Nachteile von Ratenzahlungen
| Die Vorteile des Ratenkaufs | Die Nachteile des Ratenkaufs |
|---|---|
| Du kannst notwendige Anschaffungen sofort finanzieren, auch wenn Dir der Gesamtbetrag aktuell fehlt | Du riskierst unter Umständen eine Überschuldung |
| Du schonst Dein verfügbares Budget im Monat des Kaufs und behältst Spielraum für unvorhergesehene Kosten | Du riskierst bei einem Zahlungsausfall Deine Bonität |
| Du läufst Gefahr, mehrere kleinere Ratenzahlungen auf einmal zu beantragen | |
| Du zahlst je nach Art der Ratenzahlungen bis zu 17 % Zinsen |
Was passiert, wenn ich mir die Ratenzahlungen nicht mehr leisten kann?
Unvorhergesehene Probleme können jede:n treffen! Ein Jobverlust oder unerwartet hohe Ausgaben führen häufig zu finanziellen Engpässen. Sobald Du bemerkst, dass Du die Rate für einen Monat oder einen längeren Zeitraum nicht mehr zahlen kannst, solltest Du sofort das Gespräch suchen.
Rufe beim Händler oder bei der Bank an und informiere sie darüber, dass Du aktuell Probleme mit der Ratenzahlung hast. In der Praxis zeigt sich: Kund:innen, die frühzeitig das Gespräch suchen, können auf faire Lösungen vertrauen. Schiebe das Gespräch nicht auf die lange Bank, sondern reagiere sofort – andernfalls drohen Mahnungen.
Reagierst Du auch auf die Mahnungen nicht, kündigt die Bank oder der Händler Dir den Kreditvertrag. Du musst dann die Restschuld sofort bezahlen – bis hin zur Zwangsvollstreckung.
Denke also dran: Suche bei Problemen mit der Ratenzahlung immer das Gespräch! Die Banken und Händler arbeiten mit Dir gemeinsam an einer passenden Lösung.