Sparplan erstellen & Geld anlegen

So legst Du einen Sparplan an

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Lesedauer: 11 Minuten

Ein Sparplan ist eine sehr effektive Form zu sparen – auch dann, wenn dafür nur ein begrenztes Budget zur Verfügung steht. Unser Sparplanrechner und unsere Checkliste helfen Dir dabei, Deine optimale Anlagestrategie zu finden.

Was ist ein Sparplan?

Wenn Du für Deine Geldanlage einen Sparplan wählst, baust Du langfristig Vermögen auf. Pro Monat legst Du mit einem solchen Plan einen bestimmten Betrag beiseite. Sparpläne werden bereits für monatliche Sparsummen von 50 Euro angeboten. Die meisten Sparenden wenden dafür Beträge zwischen 150 und 300 Euro auf.

Grundsätzlich befinden sich zwei Varianten von Sparplänen auf dem Markt:

1. Riester-Rente

Sparverträge für eine Riester-Rente werden durch den Staat gefördert. Pro Jahr erhalten Riester-Sparende eine Zulage von bis zu 175 Euro. Hinzu kommen Kinderzulagen: Für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, beträgt der Zuschuss 185 Euro, für ab 2008 geborene Kinder 300 Euro. Durch die staatliche Förderung ist es möglich, auch bei einem geringen Eigenanteil eine attraktive Rendite zu erzielen. Allerdings darf das angesparte Vermögen ausschließlich für die Altersvorsorge verwendet werden, die Auszahlung erfolgt als Rente. Bei einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages verlangt der Staat die Förderung zurück.

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2. Private Sparpläne

Deutlich flexibler bist Du mit privaten Sparplänen. Hier kommt es ausschließlich auf die Vertragsgestaltung an. Bei den meisten Plänen sind vorzeitige Auszahlungen und Veränderungen des monatlichen Sparbetrages möglich.

 

Arten von Sparplänen

Bei der Wahl eines für Dich optimalen Sparplans sind vor allem zwei Kriterien von Bedeutung:

  1. Welche Rendite willst Du mit Deiner Geldanlage erzielen?
  2. Welche Risiken akzeptierst Du für Deine Geldanlage?

Um Deine Sparziele und Deine Renditeerwartungen zu erreichen, stehen Dir verschiedene Arten von Sparplänen zur Verfügung:

Banksparplan

Mit einem Banksparplan ist keinerlei Risiko verbunden. Du zahlst Deinen monatlichen Sparbetrag auf ein Konto ein, die Verzinsung Deines Sparvermögens wird vertraglich festgelegt. Bis zur Summe von 100.000 Euro unterliegen Banksparpläne der staatlichen Einlagensicherung. Bei einer Insolvenz der Bank ist Dein Geld hierdurch geschützt. Vom Grundsatz her funktioniert ein Banksparplan wie ein Festgeldkonto — der Unterschied besteht darin, dass Du anstelle einer Einmalzahlung einen monatlichen Sparbetrag entrichtest.

Tipp:

Banksparpläne eignen sich für alle, die sich maximale Sicherheit für ihre Geldanlage wünschen, langfristig sparen möchten und das Geld über mehrere Jahre nicht benötigen. Allerdings sind die Erträge eines Banksparplans aufgrund der niedrigen Zinsen überschaubar.

Die Laufzeiten von Banksparplänen variieren zwischen drei und zehn oder sogar 20 Jahren. Ein langfristiger Vertragsabschluss wird durch ein höheres Zinsniveau belohnt. Eine vorzeitige Kündigung ist nicht bei allen Banksparplänen möglich. Wirklich flexibel bist Du mit einem solchen Anlagemodell somit nicht.

Aktiensparpläne und Fondssparpläne

Mit Aktiensparplänen und Fondssparplänen investierst Du am Kapitalmarkt und profitierst von der Wertentwicklung von Aktien und anderen Wertpapieren. Im Vergleich zu einem Banksparplan ist mit diesen Sparplänen ein höheres Risiko verbunden — bei sinkenden Kursen musst Du zumindest zeitweilig mit Verlusten rechnen. Auf lange Sicht sind Aktiensparpläne und Fondssparpläne jedoch deutlich renditestärker als konventionelle Geldanlagen.

Geeignet sind sie für Anleger:innen, die für ihren Vermögensaufbau ein gewisses Risiko akzeptieren und eine langfristige Anlagestrategie verfolgen. Optimal ist, wenn Du in einen solchen Plan über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren investierst, da zwischenzeitliche Kursverluste dann in der Regel kaum noch eine Rolle spielen. Da Du monatlich gleichbleibende Beträge sparst, können zeitweilige Kurseinbrüche für Deine Vermögensentwicklung sogar von Vorteil sein, da Du in solchen Phasen durch den sogenannten Cost-Average-Effekt eine größere Anzahl von Fondsanteilen erwerben.

Auch Aktiensparpläne und Fondssparpläne gibt es bereits für monatliche Sparbeträge ab 50 Euro. Im Folgenden stellen wir die Definition von Aktien-, Fonds- und ETF-Sparplänen sowie die Unterschiede zwischen ihnen vor.

Was ist ein Aktiensparplan?

Die Grundlage eines Aktiensparplans sind monatliche Investitionen in die Wertpapiere eines oder mehrerer Unternehmen. Ein Aktiensparplan ist das Gegenstück zum Kauf von Einzelaktien.

Ein Beispiel: Dein Sparplan beruht auf den Wertpapieren bestimmter Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (DAX). Die Unternehmen, in die Du Dein Sparvermögen investierst, sind Dir dabei namentlich bekannt. Zuverlässige Prognosen über die Wertentwicklung einzelner Papiere sind allerdings kaum möglich. Ein gutes Beispiel dafür ist VW: Die Aktien des Unternehmens galten ursprünglich als sicher und renditeträchtig — durch den Abgasskandal kam es dann jedoch zu immensen Kursverlusten. Deutlich geringer sind die Risiken, wenn Du statt eines Aktiensparplans eine Fondsanlage wählst.

Was ist ein Fondssparplan?

Mit einem Fondssparplan streust Du das Risiko, da Du hiermit Anteile an den Wertpapieren einer großen Anzahl von Unternehmen kaufst. Auch diese Pläne gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Varianten. Innerhalb der verschiedenen Fondsarten — beispielsweise Aktienfonds, Anleihenfonds oder Immobilienfonds — kannst Du Deinen persönlichen Anlageschwerpunkt im Hinblick auf die inkludierten Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle wählen (z. B. Nachhaltigkeit).

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Wichtig für Ihre Anlageentscheidung ist insbesondere der Unterschied zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds:

Aktiv gemanagte Fonds werden durch eine:n Fondsmanager:in verwaltet. Er/Sie entscheidet, in welche Wertpapiere das Fondsvermögen investiert wird und versucht, mit seiner Anlagestrategie besser abzuschneiden als der Markt. Über einen längeren Zeitraum ist dies allerdings bisher keinem/keiner Fondsmanager:in gelungen. Zudem ist die aktive Fondsverwaltung für Anlegende ein Kostenfaktor. Die Jahresgebühr beträgt mindestens 1,5 bis zwei Prozent Deines Sparvermögens.

Passiv verwaltete Fonds werden auch als ETFs (Exchange Traded Funds) bezeichnet. Sie bilden einen kompletten Index ab. Kursbewegungen der Indizes wirken sich damit direkt auf das Fondsvermögen und damit auch auf den Wert der individuell gehaltenen Anteile aus. Die jährlichen Kosten belaufen sich abhängig vom gewählten ETF zwischen 0,2 und 0,5 Prozent des Anlagevermögens. Wenn Du für Deinen Vermögensaufbau einen ETF-Sparplan wählst, zahlst Du ebenso wie bei anderen Sparplänen monatlich einen zuvor vereinbarten Betrag.

Was ist am sinnvollsten – Aktiensparpläne, Fondssparpläne oder ETF-Sparpläne?

Welcher Sparplan für Sie der richtige ist, hängt von Deinen individuellen Zielen ab. ETF-Sparpläne sind grundsätzlich für Privatanleger:innen eine sinnvolle Variante, durch regelmäßige Sparbeiträge von der Kursentwicklung von Aktien und anderen Wertpapieren zu profitieren. Vorteile eines ETF-Sparplans bestehen in den folgenden Punkten:

  • Eignung für einen langfristigen Vermögensaufbau
  • Geringe Verwaltungskosten
  • Breite Streuung auch bei geringen Sparbeiträgen
  • Abfederung von Kursschwankungen durch den Cost-Average-Effekt
Info:

Die meisten Anbieter von ETF-Sparplänen ermöglichen eine flexible Anpassung der monatlichen Sparbeträge. Auch ein zeitweiliges Aussetzen des Sparprogramms oder eine vorzeitige Kündigung sind in der Regel problemlos möglich.

Nur bedingt geeignet sind ETF-Sparpläne für kurzfristige Anlagen mit einem Zeithorizont von weniger als drei Jahren. Optimal ist, wenn Du mit einem Anlagezeitraum von mindestens zehn Jahren planst.

In welche ETFs soll ich investieren?

Vor allem Einsteigenden sind ETF-Sparpläne zu empfehlen, die große Unternehmen aus mehreren Ländern und unterschiedlichen Branchen zusammenfassen. Einzelne Länderindizes wie der DAX eigenen sich demgegenüber nicht als Basis für ein ETF-Depot.

Für ETF-Sparpläne besonders gut geeignet sind Indexfonds, die den MSCI World Index abbilden. Er enthält über 1.600 Einzelunternehmen aus derzeit 23 Ländern. Rund 66 Prozent der dort gelisteten Firmen stammen aus den USA — mit einem starken Fokus auf großen Unternehmen und Tech-Konzernen.

Info:

Die langfristigen Renditen von ETFs auf MSCI-World-Basis können sich sehen lassen. Sparende, die zwischen 2005 und 2019 monatlich 100 Euro in ein solches Sparprogramm investierten, erzielten damit eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,6 Prozent. Zum Ende der 15-jährigen Laufzeit hatten sie eine Summe von knapp 40.000 Euro angespart. Verluste hatten ausschließlich Anleger:innen zu verschmerzen, die nach einer fünfjährigen Sparphase kurz nach der Finanz- und Wirtschaftskrise ausgestiegen sind.

Zur MSCI-Fondsfamilie gehören neben dem MSCI Word noch weitere Indizes, die ebenfalls eine gute Grundlage für ETF-Sparpläne sind. Hierzu gehören der MSCI All Country World, in dem neben Unternehmen aus den klassischen Industrieländern auch Firmen aus Schwellenländern mit einem Anteil von rund zwölf Prozent vertreten sind, sowie der MSCI Europe, der große und mittlere Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz zusammenfasst. Auch der Stoxx Europe 600 ist als Grundlage für ETF-Sparpläne gut geeignet. Nachhaltig ausgerichtete globale Indizes sind beispielsweise der MSCI World Socially Responsible Index und der Dow Jones Sustainability Index World Enlarged, in dem auch Unternehmen aus Schwellenländern gelistet sind.

Info:

Optimal ist, wenn Du die Erträge aus Ihrem ETF-Sparprogramm ebenfalls investierst. Sogenannte thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an. Anderenfalls kümmert sich die Depotbank darum, dass diese Beträge Deinem Depot gutgeschrieben werden.

Wann sollte ich beginnen, in Fondsanlagen zu investieren?

Dein Sparprogramm mit Fondsanlagen kannst Du unabhängig von der Entwicklung an den Börsen starten. Aufgrund des noch geringen Sparvermögens ist das Verlustrisiko vorerst unerheblich. Von sinkenden Kursen kannst Du durch den Cost-Average-Effekt sogar profitieren.

Viel wichtiger ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts für den Ausstieg. Am Ende der Sparphase hat sich in Deinem Depot viel Kapital angesammelt — ein Kurseinbruch würde jetzt Deine Erträge deutlich mindern. In einem solchen Fall kann es sinnvoll sein, die Fondsanteile länger zu halten als ursprünglich geplant und eine Kurserholung abzuwarten.

Wie investiere ich in Fondssparpläne?

Für Investitionen in Fondssparpläne und ETF-Sparpläne benötigst Du ein Wertpapierdepot, das Du bei einer Filialbank oder einer Direktbank im Internet eröffnen kannst. Bei Online-Banken ist für die Bearbeitung des Antrags eine Identifizierung per Post-Ident oder Video-Ident erforderlich. Dein Depot verwaltest Du online.

Um beispielsweise einen ETF-Sparplan zu eröffnen, gibst Du dort die Fondsidentifikationsnummer, die gewünschte Sparrate und das Sparintervall ein. Danach brauchst Du nichts weiter zu tun, als den Plan regelmäßig zu bedienen. Die meisten Sparenden wählen eine monatliche Rate.

Tipp:

Bei kleinen Sparraten und fixen Fondsgebühren kann jedoch auch eine quartalsweise Zahlung sinnvoll sein, da die Gebühren pro Transaktion berechnet werden.

Checkliste: Depot auswählen

Unsere Checkliste weist wichtige Punkte aus, die Du bei der Auswahl der Depotbank und der Fondsauswahl beachten solltest:

  • Welche Konditionen bietet die Depotbank für die Führung des Depots und für Transaktionen?
  • Bleiben anfangs gewährte Sonderkonditionen dauerhaft erhalten?
  • Ist der anvisierte Investmentfond sparplanfähig?
  • Welche Kosten fallen für die Fondsverwaltung an?
  • Welche Sparrate und welches Sparintervall sind für Dich geeignet?
  • Kannst Du langfristig auf das gesparte Geld verzichten? Kurzfristige Geldanlagen lohnen sich bei Fondsinvestitionen in der Regel nicht.
Vorschau der Checkliste: Auswahl des richtigen Depots

Mit unserem Sparplanrechner kannst Du Dein persönliches Sparziel ermitteln. Probiere es gleich aus und gehe das Thema Geldanlage zielgerichtet an.

DISCLAIMER: Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung dar.