Klimafreundliches Heizen

Nachhaltiges Heizen: Effiziente Lösungen im Überblick

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Nachhaltiges Heizen entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Im Fokus stehen erneuerbare Energien und die vielzitierte Wärmepumpe. Aber auch andere Heizsysteme ermöglichen klimafreundliches Heizen. Eine staatliche Förderung hilft, die Kosten für den Umstieg zu senken.

Warum es die Gasheizung oder Ölheizung durch regenerative Energiequellen zu ersetzen gilt, liest Du in diesem Beitrag. Hier erfährst Du Wissenswertes zum Heizen mit geothermischer Wärme, Biogasen und weiteren regenerativen Ressourcen. Außerdem erhältst Du Tipps, die Dir beim Umstieg auf klimafreundliches Heizen helfen. Auf dieser Grundlage kannst Du Deine Entscheidung für ein nachhaltig betriebenes Heizsystem treffen.

Nachhaltiges Heizen: Was bedeutet das?

Für die Erzeugung von Heizwärme werden Energieträger benötigt. Traditionell werden zu diesem Zweck seit jeher fossile Brennstoffe abgebaut. Mit dem dadurch gewonnenen Erdgas und Heizöl können Gasheizungen und Ölheizungen betrieben werden. Da die Gewinnung fossiler Brennstoffe die Natur ihrer natürlichen Ressourcen beraubt, gilt es, stattdessen erneuerbare Energien wie Biogase zu nutzen. Sie helfen, dass sich Mutter Erde in Zukunft regenerieren kann. Hierzu tragen moderne Heizlösungen wie Wärmepumpen und Pelletheizungen bei.

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Sind klimafreundliche Heizsysteme günstiger?

Kritiker:innen könnten behaupten, dass sich der Betrieb von Wärmepumpen aufgrund des dafür aufgewendeten Stroms nicht rechnet. Im bundesweiten Durchschnitt konnten die Stromkosten finanzielle Aufwendungen für Gas jedoch sogar um 39 % unterbieten. Auch wenn die Anschaffung regenerativer Heizlösungen mit Kosten verbunden ist, so amortisiert sie sich schnell. Förderprogramme helfen, die Investitionskosten zu senken. Weiterhin erlangst Du durch die Nutzung erneuerbarer Energien bei den stetig wechselnden Energiepreisen mehr Unabhängigkeit.

Heizen mit erneuerbaren Energien

Um in Zukunft auf fossile Brennstoffe zu verzichten, stehen grundsätzlich folgende Lösungen zur Auswahl:

  • Wärmepumpe
  • Solarthermieanlage
  • Gasheizung mit Ökogas
  • Pelletheizung
  • Holzheizung
  • Wasserstoffheizung
  • Elektrische Heizung

Wärmepumpe

Grundsätzlich helfen Wärmepumpen, die Heizkosten deutlich zu senken. Liegt Dein Wärmebedarf beispielsweise bei 18.000 kWh, kannst Du gegenüber fossilen Gasheizungen jährlich rund 450 Euro sparen. Die CO2-Emissionen werden beim Einsatz von Wärmepumpen – je nach Ausführung – um bis zu 44 % bis 58 % reduziert.

Damit Wärmepumpen maximal energieeffizient arbeiten können, ist eine hohe Umgebungstemperatur entscheidend. Wärmepumpen, die Heizwärme mithilfe von Sonden aus den Tiefen der Erde befördern, sind deshalb um 30 % bis 50 % effizienter als Luftwärmepumpen. Die Ortung einer geeigneten Stelle für die Positionierung geothermischer Wärmepumpen ist hingegen kostenintensiver.

Tipp:

Neben einer Luft- und Erdwärmepumpe kannst Du Dich für eine Grundwasserwärmepumpe entscheiden. Diese lässt sich zusammen mit einer Solarthermieanlage zur Aufbereitung von Warmwasser nutzen.

Heizen mit Solarthermie

Eine der beliebtesten Arten, zu heizen, ist die Gewinnung von Energie aus Sonnenlicht. Wenn Du eine eigene Immobilie hast oder Dir vorstellen kannst, eine Konstruktion auf einer Freifläche zu errichten, sind Solarthermien-Module unkompliziert beschaffbar. Bei der Aufbereitung von Warmwasser mithilfe von Sonnenenergie sind jährlich Einsparungen zwischen durchschnittlich 50 % und 65 % denkbar. Dies entspricht einer Ersparnis von rund 730 kWh.

Wichtig:

Solltest Du darüber nachdenken, Erd-, Luft- oder Grundwasserwärmepumpe mit Solarthermie zu kombinieren, so ist davon abzuraten. Eine Kombination bedeutet hohe Anfangsinvestitionen, erhebliche Wartungskosten und rentiert sich kaum.

Gasheizung oder Wärmepumpe: Was ist wirtschaftlicher?

Betrachtet man Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit, so sind die verschiedenen Arten von Wärmepumpen zu berücksichtigen. Grundsätzlich wird der Erdwärmepumpe mit ihrer Sondenförderung eine besonders hohe Energieeffizienzleistung zugesprochen. Allerdings erfordert sie vergleichsweise hohe Investitionen. Hierbei können bis zu 30.000 Euro im Raum stehen. Ihr Betrieb hingegen ist im Vergleich zu Gasheizungen günstiger.

Die Investition für Gasheizungen beläuft sich auf lediglich etwa ein Drittel der genannten Summe. Dafür fällt aber auch die Energieeffizienz geringer aus. Außerdem übersteigen die Betriebskosten von Gasheizungen die von Erdwärmepumpen. Ganz anders sieht das bei Luftwärmepumpen aus. Im Vergleich zu Erdwärmepumpen und Gasheizungen haben sie die höchsten Betriebskosten. Hinzu kommen die für Wärmepumpen generell höheren Anschaffungskosten. Luftwärmepumpen bewegen sich hierbei im Mittel zwischen Erdwärmepumpen und Gasheizungen.

Geht es um die klimarelevanten Vorgaben der Bundesregierung, haben Wärmepumpen die Nase vorn. Sie stehen deshalb auch im Fokus einer finanziellen Förderung.

Biogas & Biomethan

Anders als bei Klimagas entstehen Biogase ausschließlich aus reiner Biomasse. Da Biogase häufig als Synonyme für andere „ökologisch interpretierte“ Gasheizungslösungen verwendet werden, solltest Du hier genau hinsehen. Echte Biogase werden oft regional erzeugt. Da hierbei lange Transporte entfallen, ist auch dies ein Faktor, der zur Nachhaltigkeit beim Heizen beiträgt.

Info:

In sogenanntem Klimagas stecken fossile Brennstoffe. Das Entrichten einer CO2-Kompensation führt dazu, dass die Klimaverträglichkeit lediglich rein rechnerisch positiv dasteht.

Wie nachhaltig und energieeffizient ist eine Biogasheizung?

Im Hinblick auf die CO2-Emissionen gilt ein solches Heizsystem als klimaneutral. Der Grund hierfür ist bei den in der Biomasse vergorenen Pflanzen zu finden. Nur der CO2-Gehalt, der von ihnen aufgenommen wurde, wird bei Umwandlung in Biogase auch wieder freigesetzt. Mit einer solchen Heizung entscheidest Du Dich deshalb für eine nachhaltige Lösung, die der Erde keine zusätzliche Energie entzieht.

Darüber hinaus wird Biogasheizungen eine hohe Energieeffizienz zugesprochen. Lediglich rund 29 % der Energie im Rohsubstrat werden für die Herstellung von Biogasen benötigt.

Biomethan

Biomethan basiert auf biogenen Rest- und Abfallstoffen und anderen biologischen Rohstoffen wie z. B. Gülle. Mikroorganismen vergären die ökologisch nachhaltige Biomasse unter Abwesenheit von CO2 und erzeugen so hundertprozentiges Biogas.

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CO2-Vergleich beim Heizen mit fossilem Öl und Gas

Für nachhaltiges Heizen sind sowohl Gas, als auch Öl aus fossilen Ressourcen nicht geeignet. Besonders hoch ist der CO2-Ausstoß laut den Angaben des Bundesumweltamtes bei einer Ölheizung. Auf eine Kilowattstunde entfallen bei Heizöl 318 Gramm CO2. Im Vergleich hierzu lässt sich der CO2-Ausstoß herkömmlicher Gasheizungen pro Kilowattstunden auf 247 Gramm CO2 beziffern.

Wichtig:

Bei der Produktion von Erdgas wird außerdem Methan ausgestoßen. McKinsey hat in einer Studie herausgefunden, dass an der gesamten Erderwärmung Methan zu 30 % Anteil haben soll. Regenerative Energien sind deshalb die zeitgemäße Heizlösung.

Ist mit Holz heizen klimafreundlich?

Entscheidend bei der Beurteilung der Klimafreundlichkeit von Holzheizungen sind Faktoren wie die Aufforstung und Renaturierung von Forstflächen. Wie auch bei einer anderen Pelletheizung, die mit Biomasse arbeitet, wird lediglich der aufgenommene Sauerstoff verwertet. Deshalb gilt eine Holzpelletheizung als klimaneutral.

Wie klimafreundlich ist Fernwärme?

Fernwärme wird oft als Alternative zu Wärmepumpen diskutiert. Ein Blick ins Gebäude-Energie-Gesetz verrät, dass die Klimafreundlichkeit von Fernwärme der von Wärmepumpen entspricht. Bei Fernwärme ist jedoch eine Abhängigkeit vom Energieversorger gegeben. Wenn Du eine flexible Lösung bei der ganzheitlichen Gestaltung klimafreundlicher Heizlösungen bevorzugst, sind Wärmepumpen die bessere Wahl.

Wasserstoff als Energiequelle

Bei einem System, das mit Wasserstoff heizt, handelt es sich um eine Brennstoffzellenheizung. Sie versorgt eine Immobilie nicht nur mit Wärme, sondern auch mit Strom. Ist Dein jährlicher Wärmebedarf sehr hoch und möchtest Du von den Strompreisen unabhängiger werden, kannst Du Dich aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades für eine Heizung mit Wasserstoff entscheiden.

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E-Heizung: Heizen mit Strom

Das Heizen mit Strom scheint unkompliziert. Die hierbei erreichte Wärmeausbeute steht jedoch in einem ungleichen Verhältnis zur aufgewendeten Primärenergie für deren Herstellung und den Transport. Deshalb ist eine elektrische Heizung nur bedingt energieeffizient. Außerdem kann sie im Dauerbetrieb dafür sorgen, dass Deine Heizkosten aufgrund hoher Strompreise explodieren.

Wenn Du auf eine elektrische Heizung zurückgreifen möchtest, dann sollte dies aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht lediglich in einem sehr überschaubaren Zeitfenster der Fall sein.

Nachhaltig heizen im Altbau

In einem Altbau sind Bohrungen für eine Erdwärmepumpe nicht ohne weiteres möglich. Stattdessen eignet sich eine Pelletheizung. Verwendest Du Pellets aus Biomasse wie z. B. Hackschnitzel oder Stroh, kannst Du Deine Heizkosten im Vergleich zu fossilen Energieträgern wie Heizöl oder Erdgas deutlich senken.

Tipp:

Bevor Du Dich für ein Heizsystem mit Pellets entscheidest, prüfe im Altbau, ob ausreichend Lagerkapazitäten für die Pellets vorhanden ist. Ebenso benötigt der Kessel dieser Brennwertheizung Platz.

So gelingt der Umstieg

Heizen mit erneuerbaren Energien ist für die Umwelt wichtig, um auch in Zukunft von frischen Ressourcen zehren zu können. Dennoch ist es ein sehr komplexes Themengebiet, für das sich keine Pauschalempfehlung aussprechen lässt. Inwiefern die klimafreundlichen Systeme für Deinen Haushalt funktionieren, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Vor- und Nachteile verschiedener Heizsysteme findest Du auch in diesem Beitrag im Überblick.

4 Faktoren für die Auswahl des richtigen Heizsystems

  1. Ort der Immobilie (Erdbohrungen sind nicht in allen Regionen Deutschlands ohne weiteres möglich)
  2. Neubau- oder Altbauimmobilie (bei Neubau kann von vornherein Platz für energieeffiziente Heizlösungen eingeplant werden)
  3. Jährlicher Wärmebedarf (regenerative Heizlösungen variieren bei einer Deckung des Bedarfs sehr stark)
  4. Stemmbare Investitionskosten (gegebenenfalls in Verbindung mit einer Förderung der Bundesregierung)

Umso wichtiger ist es, sich von Expert:innen beraten zu lassen. Hier erhältst Du ebenso weitere Tipps zum klimafreundlichen Heizen und erfährst mehr über Fördermöglichkeiten.

Kosten sparen durch Nachhaltigkeit

Regenerative Energieträger sind Geschenke der Natur, die kostenlos zur Verfügung stehen und zum nachhaltigen Heizen genutzt werden können. Erneuerbare Energien beim Heizen zu nutzen, lohnt sich aus klimatischer und wirtschaftlicher Sicht gleichermaßen. Hieran haben auch die Förderprogramme der Bundesrepublik Deutschland großen Anteil. Als umweltfreundlichste Lösung gelten Wärmepumpen mit ihren verschiedenen Arten. Sie erfüllen die Vorgaben der Bundesregierung in besonderem Maße.