Nachhaltigkeit im Alltag

6 Tipps, wie Sie umweltschonender leben können

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der Welt immer mehr an Bedeutung. In vielen Ländern sind in den letzten Jahren Bewegungen entstanden, die sich für die Umwelt einsetzen und Regierungen dazu bringen wollen, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Außerdem bemühen sich nachhaltige Unternehmen darum, weltweit für humane Arbeitsbedingungen zu sorgen und Kinderarbeit abzuschaffen. Doch was genau bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?

Nachhaltigkeit heißt, so zu konsumieren, dass die Umwelt nicht überlastet wird.

Dabei wird die Natur nur so weit genutzt, dass sie sich wieder vollständig regenerieren kann. Dabei umfasst Nachhaltigkeit weitaus mehr als nur den Klimaschutz. Um Nachhaltigkeit zu bewirken, müssen die drei Aspekte Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichermaßen berücksichtigt werden. Dies wird durch das Nachhaltigkeitsdreieck zum Ausdruck gebracht.

  • Ökologisch bedeutet so zu handeln, dass die Umwelt geschont wird.
  • Ökonomisch heißt, dass Unternehmen neben dem wirtschaftlichen Wachstum auch auf Ressourcenschonung achten und die Steigerung des Absatzes nicht auf Kosten von Umwelt und Mitmenschen verläuft.
  • Der soziale Aspekt umfasst Nachhaltigkeit zum Wohle der Menschheit, indem Wohlstandsgefälle und soziale Ungerechtigkeit verhindert werden.

 

6 wertvolle Tipps, um nachhaltiger zu leben

Nachhaltiger im Alltag zu leben, muss nicht schwer sein. Wir empfehlen Ihnen nicht, Ihr tägliches Leben von Grund auf umzukrempeln – stattdessen können Sie Schritt für Schritt kleine und irgendwann größere Änderungen vornehmen. Auch erstere reichen manchmal schon aus, um etwas zu bewirken. Außerdem können Sie mit positivem Beispiel vorangehen. Finden Sie einfach die Punkte, die zu Ihrem Lebensstil passen.

 

1. Müll reduzieren

Verpackungsmüll besteht häufig aus Plastik oder anderen Materialien, die nicht biologisch abbaubar sind. Viele Produkte sind in Folie eingeschweißt, die Sie unmittelbar nach dem Einkauf entsorgen. In vielen Geschäften bekommen Sie für Ihren Einkauf außerdem eine Plastiktüte. So entsteht beim Einkauf viel umweltbelastender Müll. Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihren Müll reduzieren können:

  • Für mehr Nachhaltigkeit im Alltag sollten Sie statt verpackter Produkte solche kaufen, die Geschäfte in Gläsern oder in Papier eingewickelt anbieten. Besonders empfehlenswert sind Unverpackt-Läden, in die Sie eigene Behälter für den Einkauf mitnehmen können.
  • Sinnvoll ist es auch, in gewöhnliche Lebensmittelläden umweltfreundliche Verpackungen mitzunehmen, wie bspw. Gemüsenetze für Gemüse, Obst u. Ä., um Ihre Waren selbst einzupacken.
Tipp:

Der Baumwollbeutel ist in seiner Herstellung nicht sehr ökologisch. Für den Anbau von Baumwolle wird nämlich viel Wasser verbraucht. Ein Stoffbeutel ist nur dann nachhaltig, wenn Sie ihn möglichst lange wiederverwenden.

  • Besonders im Büro sollten Sie den Papierverbrauch eindämmen. Drucken Sie bspw. beidseitig oder verschicken Sie vermehrt Dokumente per E-Mail.
  • Achten Sie auf die Mülltrennung. Damit fördern Sie das effiziente Recyceln wiederverwertbarer Materialien.
  • Benutzen Sie Kaffeefilter aus Edelstahl. Diese können Sie einfach auswaschen und immer wieder verwenden. Vermeiden Sie besonders Kaffeekapseln, die sehr viel Plastikmüll verursachen.
  • Meiden Sie in der Küche die Verwendung von Küchenpapier, Frischhaltefolie und Backpapier. Alle drei Hilfsmittel produzieren Müll und sind nicht lebensnotwendig.
    • Schmutz kann mit Küchenhandtüchern und Lappen aufgenommen werden.
    • Lebensmittel können Sie in Dosen und Gläsern Oder Sie verwenden Bienenwachstücher zum Frischhalten.
    • Ofengemüse und Pizza können Sie auch direkt auf das Backblech Sie müssen das Blech lediglich etwas öfter sauber machen.

 

2. Auf nachhaltige Mobilität achten

Berufstätige verbringen den Großteil des Tages im Büro.

Für den Feierabend möchten sie dann gerne wieder in die eigenen vier Wänden zurückkehren. Allerdings nutzen viele Arbeitnehmer auch für kürzere Entfernungen zur Arbeit bevorzugt das Auto. Dadurch entstehen Emissionen, die die Umwelt stark belasten. Die Abgase, der Verkehrslärm und die verstopften Straßen während der Rushhour verschmutzen nicht nur die Umwelt, sondern beeinträchtigen auch die eigene Gesundheit. Die mangelhafte körperliche Bewegung macht zusätzlich krank. Hier umzudenken, lohnt sich nachhaltig.

  • Fahren Sie mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Sie können auch Fahrgemeinschaften mit Arbeitskollegen bilden.
  • Bevorzugen Sie Elektrofahrzeuge, denn sie verursachen keine Abgase. Hier finden Sie mehr Informationen zur E-Auto-Förderung.
  • Wenn Sie nur gelegentlich ein Auto benötigen, probieren Sie Carsharing aus. Carsharing-Stationen gibt es mittlerweile in fast jeder Stadt.
  • Nutzen Sie WebKonferenzen, anstatt für internationale Meetings mit dem Zug, Auto oder Flugzeug auf Geschäftsreise zu gehen.
  • Probieren Sie hin und wieder einen Urlaub zu Hause und sparen Sie Reisekosten sowie unnötige Emissionen.
  • Nehmen Sie lieber den Zug als das Flugzeug. Fliegen ist die klimaschädlichste Art zu reisen.

 

3. Weniger kaufen, mehr Sharing

Überall verleitet Sie die Werbung dazu, noch mehr zu konsumieren. Viele Produkte haben dann wiederum in der schnelllebigen Zeit nur eine kurze Gebrauchsdauer. Schon muss wieder ein modernerer Fernseher, ein neueres Buch oder ein trendigeres Kleid her. Die ausgedienten Sachen werden zu Abfall. Und dieser belastet die Umwelt. Denken Sie um! Sie müssen nicht alles, was Sie haben wollen, kaufen. Es muss auch nicht alles, was Sie besitzen, brandneu sein!

  • Die Textilindustrie gehört zu den schmutzigsten der Welt. Daher sollten Sie Ihre Kleidung möglichst lange tragen. Nachhaltigkeit im Alltag können Sie fördern, indem Sie Secondhand-Produkte kaufen. Das gilt nicht nur für Kleidung, sondern auch für andere Dinge wie Kinderspielzeug, Möbel oder Bücher.
  • Nutzen Sie doch öffentliche Bücherschränke, um alte Bücher auszusortieren und sich mit Neuen zu versorgen.
  • Kaufen Sie gerne auch mal Ihre Kleidung, Möbel und Spielsachen auf dem Flohmarkt. Der Vorteil ist: Was Sie dort erwerben, ist einzigartig. Sie laufen nicht Gefahr, dieselbe Jacke wie jemand zu tragen, der im gleichen Modegeschäft eingekauft hat.
  • Probieren Sie Sharing aus. Anstatt Neues zu kaufen, schauen Sie bspw. im Internet nach Plattformen, auf denen genutzte Produkte verliehen, verschenkt oder ausgetauscht werden.
  • Wenn Sie einkaufen, dann achten Sie auf umweltbewusste Produkte. Kaufen Sie bspw. Kleidung aus Bio-Wolle oder Hygieneartikel aus schadstoffarmen Rohstoffen.
Tipp:

Achten Sie beim Kauf Ihrer Produkte auf sogenanntes Greenwashing! Viele Unternehmen nutzen den Öko-Trend, um angeblich umweltfreundliche Produkte teurer zu verkaufen. Lassen Sie sich nicht blenden und informieren Sie sich gründlich im Netz über den Wahrheitsgehalt solcher Imagedarstellungen.

4. Nachhaltigkeit im Haushalt

Auch im Haushalt können Sie mit den folgenden Tipps nachhaltiger agieren und dabei sogar Geld sparen.

  • Achten Sie beim Kauf neuer Elektrogeräte wie Waschmaschine und Kühlschrank auf die Energieklasse. Geräte mit der Wertung A sind weitaus energiesparender als jene in niedrigeren Klassen. Dabei schonen Sie nicht nur die Umwelt, sondern langfristig auch Ihr Portemonnaie.
  • Benutzen Sie schaltbare Mehrfachsteckdosen und schalten Sie diese abends oder wenn Sie länger außer Haus sind, aus. So verhindern Sie, dass Geräte im Standby-Modus unnötig Strom verbrauchen.
  • Nutzen Sie umweltschonende Reinigungsmittel.
  • Setzen Sie auf Solarenergie! Viele Kreditinstitute bieten eine gute Photovoltaik-Anlagen-Förderung. So können Sie Sonnenenergie zur Stromerzeugung nutzen und dabei die Umwelt schonen. Achten Sie am besten bereits bei der Errichtung Ihres Eigenheimes auf ein nachhaltiges Bauen!
Tipp:

Noch ein simpler, aber sinnvoller Tipp für Nachhaltigkeit: Waschen Sie Ihre Wäsche nur bei Temperaturen von maximal 40 °C. Je heißer die Wäsche ist, desto höher ist nämlich der Energieverbrauch der Maschine. Auch auf die Vorwäsche sollten Sie nach Möglichkeit verzichten.

  • Nutzen Sie abbaubare Hygieneartikel! Zahnbürsten bestehen üblicherweise aus Plastik. Wenn Sie diese nicht korrekt entsorgen oder recyceln, belasten sie die Umwelt. Eine gute Alternative sind dagegen Bürsten aus nachwachsendem Bambus oder Holz. Die nachhaltigen Produkte sind biologisch sowie wasserschonend.
  • Das Gleiche gilt bspw. für Naturseifen. Es gibt zahlreiche Pflegeprodukte von verifizierten Bio-Marken, die komplett abbaubar sind. Dabei sollte nicht nur der Inhalt, sondern auch die Verpackung aus umweltschonenden Materialien bestehen.
  • Stellen Sie Reinigungsmittel selbst her. Natron ist ein beliebtes Allzweckmittel, das Verwendung findet als Backofenreiniger , Rohrreiniger oder Badezusatz. Das natürliche Mineral wirkt fettlösend, antibakteriell sowie geruchsneutralisierend und ist somit extrem vielseitig. Wenn Sie es regelmäßig benutzen, benötigen Sie beispielsweise kein Spülmittel in Plastikflaschen mehr.
Tipp:

Sie können 50 bis 100 Gramm Natron für ein Vollbad verwenden. Natron wirkt entschlackend, da es die Durchblutung fördert. Hierbei werden Säuren aus den Hautporen geleitet. Natron führt dadurch zu einer basischen Hautpflege mit dem Zusatzbonus, dass Sie sich nach dem Baden nicht eincremen müssen. Sie sollten jedoch nicht mehr als zwei Mal die Woche in Natron baden.

5. Nachhaltig Lebensmittel konsumieren

Besonders im Lebensmittelbereich werden viele Ressourcen verschwendet und durch weite Transportwege die Umwelt belastet. Ein achtsamer Umgang mit den täglichen Lebensmitteln kann vieles verändern.

  • Selber kochen ist weitaus nachhaltiger als Fertiggerichte kaufen, Essen bestellen oder das Mittagsmahl beim Restaurant um die Ecke abzuholen. Dabei entsteht viel Verpackungsmüll. Selbst kochen ist nicht nur nachhaltiger, sondern meistens auch gesünder und kostensparend. Sofern Ihre Firma über eine Büroküche verfügt, könnten Sie sich mit Ihren Kollegen auf ein gemeinsames Essen verständigen. Nicht nur fällt in diesem Fall weniger Müll an – gemeinsam zu kochen, stärkt auch den Zusammenhalt im Team.
  • Verschwenden Sie keine Lebensmittel! Wenn der Apfel ein Wurmloch hat, ist es unsinnig den ganzen Apfel wegzuschmeißen. Kochen Sie bewusst und so, dass Sie möglichst wenig Lebensmittel wegschmeißen. Planen Sie Ihren Einkauf sorgfältig oder kochen Sie nach Rezept. Es gibt viele Wege, der Lebensmittelverschwendung vorzubeugen.
  • Regional und saisonal einkaufen. Avocados aus Mexiko, Erdbeeren aus Ägypten: Obst- und Gemüsesorten sind heutzutage im Supermarkt ganzjährig erhältlich. Doch im Winter ist es vielen Gewächsen hier zu kalt. Daher werden Obst und Gemüse importiert – oft aus weit entfernten Ländern. Das schadet ihrer Klimabilanz, denn beim Transport wird jede Menge CO₂ ausgestoßen. Besser ist es daher, verstärkt Obst und Gemüse aus Deutschland zu kaufen, auch wenn das bedeutet, dass manche Lebensmittel eben nur zu bestimmten Jahreszeiten erhältlich sind. Und mal ehrlich: Obst und Gemüse vom Bauern nebenan schmeckt doch am besten.
  • Wenn Sie aus der Leitung trinken, sparen Sie Plastikmüll sowie Energie, die zur Herstellung, Abfüllung und zum Transport der Plastikflaschen verbraucht wird. Leitungswasser ist eines der am stärksten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland. Wenn Sie sich bei dem Gedanken, direkt aus der Leitung zu trinken, dennoch nicht wohlfühlen, können Sie sich einen Wasserfilter zulegen. Dieser filtert zusätzlich Kalk und Keime. Doch in der Regel lässt sich Leitungswasser in Deutschland bedenkenlos trinken.
  • Den Fleischkonsum reduzieren. Wenn Sie viel Fleisch kaufen, hat das einen negativen Einfluss auf die Umwelt. Bei der Haltung und Verarbeitung von Tieren entsteht nämlich CO₂ – außerdem verbraucht das Vieh sehr viel Wasser. Ganz abgesehen davon ist Fleischkonsum auch in ethischer Hinsicht fragwürdig, wenn Steaks, Würstchen etc. aus Massentierhaltungs-Betrieben und Billigproduktion stammen. Wenn Sie auf Fleisch nicht verzichten möchten, sollten Sie hochwertiges Bio-Fleisch Dieses stammt in der Regel aus artgerechter Haltung.

 

6. Nachhaltig Geld anlegen

Zu guter Letzt können Sie sogar durch Ihre Finanzen zur Nachhaltigkeit beitragen. Immer mehr Banken fördern Nachhaltigkeit. Sie setzen auf ESG-verifizierte Geldanlagen und investieren in ökologische und soziale Geschäftsfelder. Die Angebote können Sie nutzen, um selbst einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten.

  • Unterstützen Sie Unternehmen, die ein ESG-Siegel ESG steht für Environment(= Umwelt), Social (= sozial) und Governance (= Führung, Management). Ein ESG-Siegel erhalten Unternehmen, die nachhaltig in den drei Bereichen des o. g. Nachhaltigkeitsdreiecks agieren. Indem Sie also nachhaltig Geld anlegen, fördern Sie somit Firmen, die ökologischen und ethischen Grundsätzen folgen. Dies bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihr Vermögen zu vermehren und gleichzeitig zur weltweiten Nachhaltigkeit beizutragen.
  • Nutzen Sie Baufinanzierungsangebote, die nachhaltige Bauvorhaben unterstützen.

Nachhaltig Geld anlegen: Was Sie als Anleger berücksichtigen sollten

Nachhaltige Geldanlage

Sie interessieren sich für Fonds, die sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien entsprechen? Dann sind Sie hier genau richtig.

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Mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist nicht schwer

Wir hoffen, mit diesen Beispielen für Nachhaltigkeit im Alltag ist es uns gelungen, Sie zu inspirieren. Selbstverständlich konnten wir Ihnen nur einige der Möglichkeiten nennen, mit denen Sie die Umwelt schonen können. Vielleicht setzen Sie einige weitere Maßnahmen ja sogar bereits um. Wenn Sie unsere Nachhaltigkeitstipps beherzigen, können Sie aber auf jeden Fall sicher sein, dass Sie einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Denn auch die kleinen Dinge im Alltag sind entscheidend.