Inflationsschutz

Inflationsschutz: Richtig investieren, privates Vermögen sichern

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Lesedauer: 11 Minuten

Steigende Preise, wirtschaftlich unsichere Zeiten: Inflationsschutz ist unverzichtbar, um Kaufkraftverluste auszugleichen und privates Vermögen zu sichern. Nur, wer sinnvolle Strategien und die richtigen Anlageoptionen kennt, wappnet sich effektiv gegen die Auswirkungen der Inflation. Was braucht es, damit Inflationsschutz nachhaltig gelingt - und welche Maßnahmen gibt es? Inflation frisst massiv an Werten und Ersparnissen. Höchste Zeit, sich den wirtschaftlichen Realitäten zu stellen - und sich genauer mit dem Spektrum und Konzept möglicher Inflationsschutzmaßnahmen zu beschäftigen. Im Folgenden findest Du eine Reihe wertvoller Geldanlage-Tipps, mit denen Du Dein Vermögen schützen kannst.

Was ist Inflation?

Stark steigende, inflationäre Preise haben eine massive Entwertung von Einkommen im Gepäck; die gesamtwirtschaftliche Nachfrage übersteigt das verfügbare Angebot. Sprich, Du bekommst weniger für das gleiche Geld – und die Lust, in einem solchen Klima zu investieren, geht allgemein zurück.

Tipp:

Deflation? Ist der Inflations-Gegenpart: Hier ist die Luft quasi wieder raus, denn das Preisniveau fällt extrem. Ebenfalls schlecht für die Wirtschaft, weshalb Institutionen wie die Europäische Zentralbank (EZB) auch bei einer Deflation gegensteuern.

Wer dagegen Schulden hat, kann sich in Inflationszeiten freuen, während die Gläubigerseite reale Wertverluste ihrer Forderungen verzeichnet. Auch Staatsschulden verlieren an Wert, wenn die Inflationsrate den Zinssatz, zu dem Geld aufgenommen wurde, übersteigt. Lange Jahre war der Leitzins (der Zinssatz, zu dem sich die Banken Geld bei der EZB leihen können) sehr niedrig. Attraktiv, um immer mehr Geld aufzunehmen, so dass im Zuge wachsender Geldmenge auch die Inflationsrate kletterte. Leitzinserhöhungen stoppten diese Niedrigzinsphase, um die Inflation auszubremsen.

Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland

Stark steigende Energiepreise im Zuge politischer Entscheidungen wie zum Ukrainekrieg drücken die Kaufkraft der Privathaushalte und dämpfen gleichzeitig wirtschaftliche Ertragslage und Investitionsklima. Laut Statistischem Bundesamt kletterten die Verbraucherpreise in 2023 um 5,9 Prozent; allein die Preise für Lebensmittel stiegen von November bis Dezember um 3,7 Prozent. 2021 rangierte die Inflation noch bei 3,1 Prozent, in 2020 gar bei 0,5 Prozent. Wie berechnet sich diese Inflationsrate? Basis bildet der Produktwarenkorb des Statistischen Bundesamts. Hier ist alles drin, was im Alltag relevant ist (auch Steuern), wie

  • Lebensmittel
  • Kleidung
  • Miete
  • Energie
  • Telefon
  • Rohstoffe wie Benzin

Eine Rate, die das statistische Bundesamt jeden Monat neu ermittelt. Der Preisindex nimmt dazu eine Auswahl von über 700 verschiedenen Gütern und deren Preissteigerungen in einem festen Zeitraum in den Blick. Du denkst, was Benzin in Deinem Warenkorb soll, wenn Du kein Auto hast? Mit dem Inflationsrechner des Bundesamts für Statistik kannst Du Deine individuelle Inflationsrate berechnen.

Vermögensaufbau clever anpacken

Verlierer hoher Inflation sind Durchschnittsverdiener:innen, deren Lohn oder Gehalt selten proportional zur Inflation steigt. Doch was ist in genau dieser Situation nun zu tun? Hast Du Geld angelegt, sollten Verzinsung und Rendite über der Inflation liegen – oder diese zumindest ausgleichen.

Nur starke Anlagen eignen sich als Inflationsschutz. Aber höhere Renditen bedeuten auch erhöhtes Risiko: Daher gilt es, Anlagen wie z. B. Wertpapiere zu diversifizieren und Kapital möglichst breit zu streuen, um die Gefahr größerer Verluste in Grenzen zu halten. So kannst Du Deine Investments auf verschiedene Märkte verteilen, europa- und weltweit – und in unterschiedlichste Unternehmen investieren. Auch Immobilien oder können Teil Deines Investitionsmixes sein. Die Betonung liegt auf „können“, denn nicht jede Art der Geldanlage qualifiziert sich gleichermaßen.

Was bringen Girokonto und Tagesgeld?

Als Sparer:in hast Du längst bemerkt: Wer Geld auf dem Girokonto parkt, muss Monat für Monat Wertverluste verschmerzen. Das liegt am so genannten Realzins, der die tatsächliche Renditeerwartung beziffert. Ist er positiv, wächst angelegtes Geld statt nur nominell auch, was die tatsächliche Kaufkraft angeht. Bei negativem Realzins dagegen verlieren Deine Ersparnisse an Wert. Mit dieser Faustformel berechnest Du den Realzins:

Sparzins – Inflationsrate = Realzins

Wie gesagt, die Niedrigzinsphase ist vorbei, nachdem die EZB den Leitzins zwecks Inflationsschutz angehoben hat. Auch der Einlagenzins Deiner Sparzinsen ging nach oben – von Juli 2022 bis Februar 2023 auf etwa bis zu vier Prozent. Nicht schlecht, aber dennoch zu wenig, um gegen Inflation zu schützen, da zwei Prozent Inflation als gesunde Richtschnur gelten. Statt tatenlos zuzusehen, wie Dein Vermögen nach und nach weniger wird, profitierst Du von den gestiegenen Zinsen , indem Du einen Teil deines Guthabens als Tagesgeld oder Festgeld anlegst.

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Tipp:

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Anleihen als Geldanlage

Unternehmen nutzen das Börseninstrument der Unternehmensanleihen, um sich weitere Finanzierungsquellen zu erschließen. Je höher das Risiko, desto höher der Zins. Die Chancen dieser Anlageformen liegen in den potenziell hohen Erträgen im Erfolgsfall.

Anleihen lohnen sich nur bei guter Bonität und Zukunftsperspektive eines Unternehmens, das seine Zins- und Tilgungszahlungen verlässlich bedient. Zinsen über der Inflationsrate können einen gewissen Schutz vor Kaufkraftverlust bieten. Beachte jedoch, dass die Kurse von Anleihen mit steigender Inflation fallen können – was die Eignung solcher Zinspapiere als Inflationsschutz einschränkt.

Mit Vorsicht zu genießen sind auch inflationsgesicherte Anleihen (Inflation-Linked-Bonds), die an die Inflationsrate gekoppelt sind, so dass die Verzinsung mit der Inflationsrate steigt. Nichts für Börseneinsteiger:innen, da diese Anlageform zuweilen (Kosten-)Transparenz vermissen lässt! Wenn Du trotzdem mehr darüber wissen möchtest, solltest Du Dich kompetent beraten lassen.

In Aktien investieren als Schutz vor Inflation

Um Dein Geld zu schützen und für viel Absicherung bei geringem Risiko zu sorgen, eröffnen sich Dir über stabile, wertbeständige Sachwerte diverse Möglichkeiten. Aktien sind dann als Inflationsschutz geeignet, wenn es dem betreffenden Unternehmen gelingt, seine inflationsbedingten Kostensteigerungen erfolgreich weiterzugeben – und die Dividenden Jahr für Jahr zu erhöhen. Wobei hier eine weitere Renditechance in Form zusätzlicher Kursgewinne drinsteckt. Expert:innen wissen, dass Wertpapiere bei moderaten Inflationsraten von bis zu fünf Prozent profitieren können.

Tipp:

Doch wie viel Geld in Aktien investieren? Höchstens 100 Prozent minus Lebensalter, lautet eine Faustregel. Denn je jünger der Investor, desto mehr Zeit bleibt, um Verluste später auszugleichen.

Riesen wie Mercedes oder BASF winken mit besonders lukrativen Kennziffern, acht Prozent und mehr sind keine Seltenheit. Was verlockend klingt, muss jedoch nicht langfristig so bleiben: So werden die Rahmenbedingungen, etwa in der energieintensiven Chemiebranche, nicht einfacher – und so manchem Autohersteller bereitet das kommende Verbrenner-Aus schlaflose Nächte.

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Vermögensaufbau mit Immobilien

Inflation treibt auch die Immobilienpreise. Wer ein Haus besitzt, kann seine Immobilie zum richtigen Zeitpunkt gewinnbringend verkaufen. Als Anlage gelten Immobilien als wertstabil, doch Finanzexpert:innen sehen angesichts der demografischen Entwicklung eine sinkende Nachfrage. Was ist dran an der Immobilienblase ? Zudem steigt die Zahl der Singlehaushalte, die sich für überschaubaren Wohnraum zur Miete interessieren. Was z. B. Kapitalinvestments in Mehrfamilienhäuser in attraktiven City-Lagen in den Fokus rückt. Doch wozu eine komplette Immobilie kaufen? Auch über Immobilienaktien oder Immobilien-Fondsanteile kannst Du Geld anlegen – als flexiblere Alternative zu kleineren Beträgen.

Auch langfristige Infrastrukturfonds für den Ausbau von Infrastruktur wie Brücken, Autobahnen, Flughäfen oder Kommunikationsnetzen bündeln verschiedene Projekte. Allerdings sind nicht alle für private Anleger:innen zugänglich. Sollen Immobilien Teil Deines Portfolios werden, musst Du nicht nur aktuelle Immobilienpreise, sondern auch folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Lage der Immobilie
  • Zahl vermieteter Wohneinheiten
  • Mietverträge-Konditionen mit Dauer, Mieterhöhungsoption
  • Immobilienfonds-Kosten

Gegen Inflation schützen Immobilien , deren laufende, inflationsabhängige Unterhalts- und Finanzierungskosten andere stemmen helfen. Wie Mieter:innen z. B., die Dir laufende Einnahmen generieren – oder Gewinne aus selbsterzeugter Energie.

Alternative Investmentfonds

Können ebenfalls Baustein von Wertsicherung und Vermögensbildung und damit sinnvolles Inflationsschutz-Instrument sein. Diese geschlossenen Fonds bieten auch privaten Anleger:innen wie Dir Zugang – auch ohne hohes Kapitalpolster und Mindesteinlage. Üblicherweise auf mittel- bis langfristige Anlagehorizonte zwischen 5 und 15 Jahren angedacht, kannst Du Dich mit AIFs nicht nur an einem, sondern einer ganzen Palette renditestarker (Groß-)Projekte beteiligen. Oder alternativ in fondsgebundene Rentenversicherungen investieren, die auf AIFs statt auf Aktienfonds oder ETFs gründen. Apropos: Mit ETFs oder Indexfonds kannst Du Dein Vermögen sehr breit gestreut, aber kostengünstig als Inflationsschutz in Aktien anlegen, falls Dich längere Laufzeiten nicht stören.

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Was zeichnet AIFs aus?

AIFs unterscheiden sich von klassischen Geldanlagen wie Aktien, Anleihen oder Investmentfonds dadurch, dass sie nicht an der Börse gehandelt werden. Die Höhe des Investmentvermögens liegt hierbei fest und fließt ausschließlich in das spezifizierte Projekt – wie klimagerechte Wohnanlagen oder einen Solarpark.

Fonds bieten Dir auch schon während der Anlagezeit regelmäßige Ausschüttungen sowie die unkomplizierte Option weltweiter Investitionen. Ganz im Sinne einer globalen Diversifizierung und Risikostreuung Deiner Anlagestrategie – denn schließlich treffen Krisen und Inflation nie alle Staaten und Währungen gleichzeitig. Auch AIFs können mit Risiken verknüpft sein – und sollten zu Deiner Anlagestrategie passen. Gern informieren wir Dich differenziert dazu.

Schützen Kunst, Schmuck, Oldtimer oder Edelmetalle gegen Inflation?

Mit Wertobjekten von Kunst über Oldtimer bis Schmuck kann nur Geld verdienen, wer sich damit auskennt! Für alle anderen sind diese Sachwerte kaum als Inflationsschutz geeignet. Neben der nötigen Expertise ist zu beachten, dass der Käuferkreis für Liebhaberobjekte erlesen sein kann – und sich gerade dann, wenn Erlöse dringend gebraucht werden, keine passenden Käufer:innen finden.

Also besser Gold als Portfolio-Ergänzung?

Tipp:

Immer, wenn die Angst vor finanzieller Instabilität um sich greift, wird Gold stärker nachgefragt. Oft unreflektiert, weil ohne die Nachteile zu bedenken: Weder steigt der Goldpreis zwingend mit der Inflation, noch bringt Gold Zinsen oder Dividenden.

Während die Gold-Rendite in den 1970ern noch bei jährlich über 30 Prozent lag, zeigte sich Gold zu Beginn der 1980er trotz höherer Inflation unbeirrt. Wer bei Gold einsteigen will, muss den passenden Zeitpunkt erwischen, damit sich seine Investition innerhalb kürzerer Zeit auszahlt. Aktuell steigt die Nachfrage nach Gold wieder, z. B. durch Juweliere und Technologiefirmen.

Für Dich sollen Edelmetalle dabei sein? Fünf bis zehn Prozent Gold, Silber oder Platin im Mix sind als langfristige Krisenreserve erlaubt. Wie sich die gute alte Aktie im Vergleich mit Gold entwickelt, bildet der Weltaktienindex MSCI World für mehr als 1.500 Unternehmen ab. Bis dato zeigte Gold eine geringe bis negative Korrelation zu Aktien und Anleihen. Gold ist also durchaus sinnvoll, um Schwankungen im Portfolio abzumildern. Nicht nur physisch als Münzen und Goldbarren, sondern auch im Fondsbereich: Gern geben wir Dir Tipps, wie Du z. B. in Gold-ETCs wie den Xetra-Gold investierst, die den Goldpreis nachbilden.

Vorsicht beim Geld anlegen in Bitcoins

Kryptoanleger:innen schwören gern auf Kryptowährungen als Inflationsschutz. Ungeachtet, ob Zentralbanken die Geldmenge erhöhen – die Menge an Kryptowährungen wie Bitcoin bleibt fix und eng begrenzt. Mit dem US-Inflationsanstieg 2021 ging der BTC-Preis allerdings im Jahresvergleich um über 45 Prozent erstmal in den Keller. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Investments in Kryptowerte wie Bitcoin oder Ether. Hochspekulativ, drohe Anleger:innen nicht selten der Totalverlust.

Kaufkraftverluste erfolgreich ausgleichen

Um Dein Geld zu vermehren und Dein Kapital zu schützen, weißt Du jetzt: Statt alle Eier in einen Korb zu legen, lautet das Zauberwort Diversifizieren. Doch diese Kombination verschiedener Anlagetypen will strategisch durchdacht sein. Vielleicht ist ein Sparplan aus 40 Prozent Anleihen, 20 Prozent Aktien, je zehn Prozent Immobilien und Gold sowie 20 Prozent Tages- und Festgeld Dein Mix – oder etwas ganz anderes. Du willst den Anlagemix finden, der Deinen persönlichen Zielen gerecht wird? Lass uns gemeinsam Deine Optionen besprechen!