Frugalismus

Frugalismus - Dein Weg zur finanziellen Freiheit

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Lesedauer: 9 Minuten

Mit 40 Jahren in Rente gehen - was für die meisten Menschen nach einem unrealistischen Traum klingt, ist für Frugalist:innen Realität. Frugalismus ist eine Lebenseinstellung, die sich durch einen bewussten Umgang mit den eigenen Finanzen und eine Reduzierung des Konsums auszeichnet. Statt ihr Geld für kurzlebige Genüsse auszugeben, sparen Anhänger:innen der Bewegung einen Großteil ihrer Einnahmen und investieren in diverse Wertanlagen. Ihr Ziel besteht darin, in möglichst jungem Alter vollkommene finanzielle Freiheit zu erlangen. Aber wie kann ich mir den Traum von Unabhängigkeit verwirklichen und gleichzeitig ein erfülltes Leben führen? Wir geben wertvolle Spartipps und Ratschläge für eine frugalistische Lebensweise.

Definition: Was ist Frugalismus?

Frugalismus leitet sich vom englischen Wort „frugal“ ab, was sich mit „bescheiden“, „einfach“ oder „sparsam“ übersetzen lässt. Wie die Bedeutung des Wortes bereits vermuten lässt, verzichten Frugalist:innen auf unnötige Ausgaben und geben nur Geld für Dinge aus, die auch wirklich nötig sind. Die Lebensweise geht also mit einem reduzierten Konsum, einem bewussten Umgang mit finanziellen Ressourcen und einem gewissen Maß an Disziplin und Verzicht einher.

Frugalist:innen verfolgen durch ihren Lebensstil das Ziel, in möglichst jungem Alter in den Ruhestand zu gehen und finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Das bedeutet, dass in der Zukunft die laufenden monatlichen Ausgaben ausschließlich aus Sparvermögen beglichen werden können. Häufig arbeiten Anhänger:innen der frugalistischen Lebensweise in gut bezahlten Jobs, die ihnen ermöglichen, einen Großteil des verdienten Geldes zur Seite zu legen. Um möglichst schnell ein Vermögen aufzubauen, investieren sie in kapitalbildende Anlagen mit einer möglichst hohen Rendite.

Ausgaben reduzieren & Einkommen steigern

Frugalist:innen träumen davon, in möglichst jungem Alter ihren Job zu kündigen und nur von dem Geld zu leben, das sie vorher erspart haben. Viele verfolgen das Ziel, im Alter von 40 Jahren bereits in Rente zu gehen. Dadurch erhoffen sie sich, mehr Zeit für ihre Familie oder ihre persönlichen Leidenschaften zu haben und ihre Lebensqualität zu steigern. Um sich den Traum der finanziellen Freiheit zu verwirklichen, leben sie nach bestimmten Prinzipien. Diese basieren im Wesentlichen darauf, ihre Ausgaben auf das absolute Minimum zu reduzieren und ihr Einkommen nach Möglichkeit zu steigern.

Anhänger:innen des Frugalismus geht es also in erster Linie nicht darum, materiellen Reichtum zu erreichen. Kern der Lebensphilosophie ist die Suche nach dem individuellen Glück und der inneren Zufriedenheit. Im Fokus steht dabei der Wunsch, selbst zu bestimmen, worin die eigene Zeit und Energie investiert werden. Der Weg zu finanzieller Unabhängigkeit ist für Frugalist:innen also eine Reise der Selbstverwirklichung und des besseren Verstehens der eigenen Wünsche und Bedürfnisse.

Viele Frugalist:innen stellen sich deshalb folgende Fragen:

  • Was macht mich in meinem Alltag wirklich glücklich?
  • Wie möchte ich meine Zeit verbringen?
  • Wie viel Geld benötige ich zum Leben?
  • Wie kann ich mit meinem Kapital die bestmögliche Lebensqualität erreichen?
  • Wie kann ich meine Ausgaben minimieren?
  • Wie kann ich meine Einnahmen erhöhen?
  • Wie kann ich mein Geld investieren, um finanzielle Freiheit zu erreichen?

Frugalismus & Minimalismus: Was ist der Unterschied?

Der Minimalismus ist eine Lebenseinstellung, die zahlreiche Gemeinsamkeiten mit dem Frugalismus hat. Minimalistisch zu leben bedeutet, sich auf das Nötigste zu beschränken und sich von überflüssigen Dingen zu trennen. Minimalist:innen entscheiden sich bewusst dafür, möglichst wenig zu konsumieren und ihren materiellen Besitz zu reduzieren. Durch diese Lebensweise streben sie einen bewussteren Umgang mit Ressourcen, aber auch innere Klarheit und ein zufriedenes, einfaches Leben an. Obwohl Minimalist:innen ihre Ausgaben durch ihren Lebensstil gezielt reduzieren, stehen finanzielle Aspekte dabei nicht zwangsläufig im Vordergrund.

Info:

Frugalismus geht über den Minimalismus hinaus, da er die finanziellen Aspekte des bewussten Konsums verstärkt berücksichtigt und auf das Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit abzielt. Da sich Frugalist:innen ebenfalls gezielt auf das Wesentliche konzentrieren, sind sie häufig gleichzeitig auch Minimalist:innen.

Wie funktioniert Frugalismus in der Praxis?

Zentraler Bestandteil des Frugalismus ist die sorgfältige Verwaltung der eigenen Finanzen. Die meisten Frugalist:innen analysieren ihre Einnahmen und Ausgaben genau, um herauszufinden, welche Kosten sie reduzieren oder sogar gänzlich vermeiden können. Daneben setzen sie sich klare Budgets, um ihre finanziellen Ziele schnellstmöglich zu erreichen. Ein detaillierter Sparplan hilft ihnen dabei, den Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben zu bewahren.

Expert:innen gehen davon aus, dass es für einen frühzeitigen Eintritt in den Ruhestand notwendig ist, das 25-fache des persönlichen Jahresbedarfs zu erwirtschaften. Erst wenn diese Menge in eine profitbringende Geldanlage investiert wurde, ist es möglich, sich das Leben ohne zusätzliche Einnahmequellen bis ins hohe Alter zu finanzieren. Bevor Frugalist:innen tatsächlich in Rente gehen können, müssen sie also hart arbeiten und sich in Verzicht üben.

Frugalist:innen verfolgen ihr Ziel finanzieller Unabhängigkeit durch zwei grundlegende Prinzipien – zum einen durch die gezielte Reduzierung ihrer Ausgaben auf das absolute Minimum und zum anderen durch die Steigerung ihrer Einnahmen. Aus diesem Grund legen sie einen möglichst großen Teil ihres Einkommens für die Zukunft beiseite. Die meisten Anhänger:innen des Frugalismus sparen etwa 80 Prozent ihres monatlichen Nettoeinkommens und decken ihre alltäglichen Kosten durch die verbleibenden finanziellen Mittel. Durch Ersparnisse und diverse Investitionen in Aktien, Immobilien, EFTS oder andere Wertanlagen ist es ihnen möglich, ihr Vermögen mittels Zinsen und Renditen zusätzlich zu steigern.

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Wie viel Geld benötigt man im Alltag?

In Deutschland sparen Beschäftigte durchschnittlich etwa 10 bis 20 Prozent ihres Einkommens. Die meisten Frugalist:innen haben dagegen eine monatliche Sparquote von 70 und 80 Prozent. Um ihr Alltagsleben mit den verbleibenden 20 bis 30 Prozent decken zu können, müssen sie ihre Ausgaben nicht nur auf das Wesentliche reduzieren und auf viele Konsumgüter verzichten, sondern auch ausreichend hohe Einnahmen haben.

Wichtig:

Für die meisten Durchschnittsverdiener:innen wäre es schlicht und einfach nicht möglich, einen solch großen Teil des monatlichen Verdienstes zur Seite zu legen.

Laut dem Statistischen Bundesamt und Handelsblatt lag das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen der deutschen arbeitenden Bevölkerung 2022 bei etwa 4100 Euro. In der Steuerklasse 1 entspricht dies einem Nettoeinkommen von etwa 2580 Euro. Bei einer Sparquote von 70 Prozent wären in diesem Fall weniger als 800 Euro für die monatlichen Lebenshaltungskosten wie Miete, Versicherungen, Lebensmittel, Kleidung und weitere notwendige Güter übrig. Um eine derartig hohe Sparrate zu erreichen, ist es also notwendig, ein überdurchschnittlich hohes Einkommen zu erzielen oder sehr niedrige Lebenshaltungskosten anzustreben.

Checkliste mit Ideen

Wenn Du die frugalistische Lebensweise selbst ausprobieren willst, solltest Du zunächst einige Änderungen in Deinem Alltagsleben vornehmen. Diese Tipps und Ansätze von Anhänger:innen des Frugalismus können Dir dabei helfen:

  • Überblick über eigene Bedürfnisse und Ausgaben verschaffen
  • Sparplan aufstellen
  • Fixkosten überprüfen und nach Möglichkeit reduzieren
  • Über Rabatte und Sonderangebote informieren
  • Einkäufe im Voraus planen
  • Spontane Käufe vermeiden
  • Selbst kochen
  • Kaputte Gegenstände selbst reparieren oder reparieren lassen
  • Gebrauchte Gegenstände kaufen oder tauschen
  • Überflüssigen Besitz verkaufen
  • Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen
  • Gehaltserhöhung oder Jobwechsel anstreben
  • Zusätzliche Einnahmequellen schaffen
  • Über Investitionsmöglichkeiten informieren
  • Ersparnisse rentabel investieren

Frugalisten-Tipp #1: Was brauchst Du wirklich zum Leben?

Zunächst solltest Du Dir ausführliche Gedanken darüber machen, welche Wünsche und Vorstellungen Du hast und was Dir im Leben wirklich wichtig ist. Liste Deine Prioritäten in einer Checkliste auf und überprüfe, wie viel Geld Du für die Erfüllung Deiner Bedürfnisse tatsächlich benötigst. Mache Dir Gedanken darüber, auf welche Annehmlichkeiten Du verzichten könntest. Wenn Du frugalistisch leben möchtest, solltest Du bereit für Kompromisse und Verzicht sein.

Frugalisten-Tipp #2: Reduziere Deine Ausgaben

Hinterfrage mithilfe eines Haushaltsbuchs alle Ausgaben, die Deines Erachtens nach nicht unbedingt notwendig sind. Berücksichtige dabei alle Bereiche Deines Lebens – von monatlichen Fixkosten für Wohnen, Verträge, Essen und Mobilität bis zu Urlaub und Freizeitgestaltung. Strebe einen möglichst effizienten Umgang mit Deinen Finanzen an und reduziere Deinen Konsum. Um im Alltagsleben Geld zu sparen, kannst Du auf Rabatte und Sonderangebote zugreifen, Tauschbörsen nutzen und gebrauchte Gegenstände kaufen. Statt in Restaurants zu essen, kannst Du Deine Einkäufe im Voraus planen und selbst kochen. Deinen Sommerurlaub kannst Du beispielsweise im heimatlichen Gebirge oder auf dem Campingplatz statt in einem teuren Hotel verbringen.

Frugalisten-Tipp #3: Steigere Deine Einnahmen

Um möglichst viel Geld sparen zu können, solltest Du eine Steigerung Deiner Einnahmen anstreben. Suche Dir zusätzliche Einkommensquellen zu Deinem Job und baue ein Nebeneinkommen auf. Vielleicht hast Du ein Hobby, das Du zum Beruf machen kannst? Darüber hinaus ist es eventuell möglich, eine Gehaltserhöhung zu erwirken. Wenn Dein Verdienst nicht zufriedenstellend ist, solltest Du eventuell einen Jobwechsel in Betracht ziehen.

Frugalisten-Tipp #4: Investiere Dein Geld rentabel

Bevor Du Deine Ersparnisse investierst, ist es sinnvoll, sich Finanzwissen anzueignen. Finanzliteratur oder spezielle Kurse können Dir dabei helfen, rentable Investitionsmöglichkeiten kennenzulernen. Die meisten Frugalist:innen empfehlen, möglichst viel und diversifiziert zu investieren. Breit gestreute Anlagen reduzieren das Verlustrisiko und steigern die Chance, hohe Rendite zu erzielen. Informiere Dich über Wertpapiere und ETF-Anlagen und lege Dein Geld zum Teil beispielsweise auf einem Festgeldkonto mit sicherem Zinssatz an. Darüber hinaus können Investitionen in Immobilien rentabel sein. Diese können Deine monatlichen Einnahmen signifikant erhöhen und Deine Lebenshaltungskosten reduzieren.