So baust Du Dein Haus selbst

Eigenleistungen beim Hausbau: So geht‘s!

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Lesedauer: 6 Minuten

Du möchtest beim Hausbau selbst anpacken und mit Eigenleistungen Geld sparen? Dann solltest Du genau abwägen, wo Du dies tust, und Deine handwerklichen Fähigkeiten realistisch einschätzen. Denn während Nicht-Heimwerker:innen einige Arbeiten bewältigen können, zum Beispiel Streichen und Tapezieren, gehören andere Arbeiten wie die Elektroinstallationen unbedingt in Profi-Hände .

Grundstückspreis, Baunebenkosten, Materialkosten: Bis ein Haus steht, wird erst einmal der ein oder andere Euro investiert. Da ist es verständlich, wenn Du so viel Geld wie möglich sparen möchtest. Ein beliebtes Mittel: Selbst mit anpacken! Und tatsächlich: Viele vor allem zeitintensive Arbeiten können Bauherr:innen selbst durchführen. Doch es gibt auch einige, bei denen Du besser den Profi ranlässt.

 

Diese Kosten kommen beim Hausbau auf Dich zu

Wer selber ein Haus baut, muss aus finanzieller Sicht einiges beachten. Denn die Kosten umfassen mehr als nur den Grundstückspreis sowie die Aufwendungen für Baumaterial und Handwerker:innen. Nicht zu vernachlässigen sind die Baunebenkosten. Sie können bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Dazu gehören unter anderem:

  • Grundbucheintrag
  • Maklerprovision
  • Notarkosten
  • Grunderwerbssteuer
  • Erschließungskosten
  • Bauversicherungen

Wenn Du ein Haus selber bauen möchtest, kommen also verschiedene Kostenpunkte auf Dich zu. Im Rahmen unserer Baufinanzierung helfen wir Dir dabei, den Überblick zu behalten und diese zu stemmen.

Tipp:

Kreditgeber würdigen häufig die sogenannte Muskelhypothek. Auch die PSD Bank Nürnberg berücksichtigt einen gewissen Umfang der Baukosten als Eigenleistung. Es empfiehlt sich, diese Summe eher niedriger anzusetzen, da sich viele Bauherr:innen bei ihrer Eigenleistung und der dazu nötigen (Frei-)Zeit verschätzen.

Ein Bespiel: Du baust ein Haus mit einer Muskelhypothek von 50.000 Euro Eigenleistung. Bei einem Stundensatz von 60 Euro für die Handwerker:innen, entspricht das rund 833 Stunden, die Du selbst neben dem Job auf Deiner Baustelle arbeiten müsstest. Das sind insgesamt 104 Tage á 8 Stunden an Eigenleistung für den Hausbau.

 

Eigenleistungen für ungeübte Heimwerker:innen

Viele Aufgaben kannst Du selbst bewältigen, selbst wenn Du handwerklich nicht sehr begabt bist. Im schlimmsten Fall verursachst Du hier kosmetische Fehler, die Du oft im Nachhinein noch korrigieren kannst. Dazu gehören:

  • Streichen/Tapezieren: Das sind Klassiker, die Du einfach selbst erledigen kannst. Dadurch sparst Du zwischen 60 und 80 Prozent der Kosten, die anfallen, wenn diese Aufgabe Fachpersonal erledigt.
  • Laminat verlegen: Laminat lässt sich etwas leichter verlegen als Fliesen. Das Sparpotential liegt bei etwa 50 Prozent im Vergleich zur Beauftragung eines/einer Handwerker:in.
  • Fliesen verlegen: Rechne mit etwa 30 Euro pro Quadratmeter Lohnanteil für eine:n Fliesenleger:in. Diese Kosten sparst Du Dir, indem Du die Aufgabe selbst übernimmst. Hier ist jedoch absolute Genauigkeit gefragt, da sich Fehler im Nachhinein nur schwer ausbessern lassen.
  • Wand selbst streichen Ingo Bartussek/Stock.adobe.com

    Paar streicht Wand weiß

  • Laminatboden wird verlegt VRD/Stock.adobe.com

    Laminat verlegen

  • Fliesen werden verlegt cnikola/Stock.adobe.com

    Mann verlegt Fliesen

Paar streicht Wand weiß Laminat verlegen Mann verlegt Fliesen
Tipp:

Wenn Du Dir unsicher bist, lass Dir von einem/einer handwerklich versierten Bekannten helfen.

Aufgaben für handwerklich Geschickte

Wenn Du ein Haus selber baust, sind die Rohbauarbeiten die zeitintensivste Tätigkeit. Daher herrscht hier auch großes Einsparpotential. Du kannst diese Arbeiten zwar nicht komplett alleine erledigen, aber durch Deine Mithilfe beim Mauern und Hochziehen der Wände Geld sparen. Einen Teil der Kosten für die Arbeitszeit eines Profis vermeidest Du beim Verputzen, wenn Du selbst mit Hand anlegst. Die Arbeit ist zwar sehr mühsam und überaus zeitintensiv, Du kannst aber einiges an Budget einsparen. Doch Vorsicht, mit dem Verputzen gleichst Du auch kleine Ungenauigkeiten im Mauerwerk aus. Dafür sind neben Erfahrung auch sehr gute handwerkliche Fähigkeiten beziehungsweise handwerkliches Geschick nötig.

Du bist handwerklich sehr versiert? Dann versuch Dich doch am Einbau von Innentüren. Bei Fenstern und Außentüren sollte das Fachpersonal ran. Hier ist das Einsparpotential eher gering. Fehler kommen Dich hier außerdem teuer zu stehen. Im schlimmsten Fall sind die Elemente nicht komplett dicht und müssen wieder ausgebaut werden. Dann fallen zusätzliche Kosten an.

 

Achtung: Nur für Profis!

Beim Bau Deines Eigenheims kommst Du irgendwann an einen Punkt, an dem Du auf die Hilfe von Fachleuten angewiesen bist. Dazu gehören:

  • Sanitäre Anlagen: Wenn es um Heizung und den Sanitärbereich geht, solltest Du selbst vom Fach sein oder eine:n Expert:in zu Rate ziehen. Sonst riskierst Du Wasserschäden.
  • Elektroinstallationen: Selbst begabte Heimwerker:innen sollten ohne entsprechende Ausbildung die Finger von Elektroinstallationen lassen. Wenn diese nicht fachgerecht ausgeführt werden, besteht die Gefahr für Unfälle und Schäden wie Kabelbrände. Hier herrscht unter Umständen sogar Lebensgefahr!

 

Eigenleistung beim Hausbau im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt Dir eine Übersicht: Welche Tätigkeiten kannst Du selbst erledigen, wenn Du ein Haus baust?

TätigkeitSchwierigkeitRisiken der Eigenleistung
Streichen/TapezierenEinfachKosmetische Fehler
BodenbelägeEinfachKosmetische Fehler
FliesenMittelKosmetische Fehler, undichte Fliesen --> Schimmelgefahr
VerputzenMittelUndichter Putz --> Schimmelgefahr
Innentüren/InnenausbauMittelUndichte Elemente
Fenster/AußentürenSchwerUndichte Elemente
RohbauSchwerUndichte Stellen
SanitärSchwerWasserschäden
HeizungSehr schwerWasserschäden, unter Umständen Lebensgefahr
ElektroinstallationSehr schwerLebensgefahr

Je mehr Aufgaben Du selbst übernimmst, desto mehr Geld sparst Du. Unterschätze den Zeitaufwand aber nicht und übernimm nicht.

Wichtig:

Wenn Du ein Haus selber baust, muss Dir klar sein, dass Du für Mängel selbst verantwortlich bist. Unterläuft dem Bauunternehmen ein Fehler, bist Du hingegen abgesichert, denn der Unternehmer haftet im Schadensfall.

Hilfe beim Hausbau von Freund:innen und Bekannten

Nicht nur die Kosten, auch der zeitliche und körperliche Aufwand für den Hausbau sind enorm. Nimm daher Hilfe an, die sich Dir bietet. Viele Freund:innen und Bekannte sind sicherlich bereit, Dir zu helfen. Vielleicht hast Du sogar Maurer:innen, Elektriker:innen oder begabte Heimwerker:innen in Ihrem Freundeskreis, die Dich unterstützen.

Nutz auch Deine Kontakte aus dem Sportverein, der Nachbarschaft oder der Arbeit. Eventuell findest Du hier Handwerker:innen, die bereit sind, Dir einen Nachlass auf ihre Leistungen zu gewähren.

Unabhängig davon, wer Dich am Ende unterstützt: Materialkosten fallen immer an! Das solltest Du bei Deinen Berechnungen jederzeit im Hinterkopf behalten. Zudem gilt es auch, Deine Helfer:innen auf der Baustelle abzusichern. Denke deshalb über eine Bauhelferunfallversicherung nach.