Steuern sparen: leichter als gedacht

Mehr Geld vom Staat dank unserer Steuertipps für Arbeitnehmer

Die deutsche Steuerlast ist im internationalen Vergleich nicht so hoch, wie viele vermuten würden. Die Abzüge liegen nämlich ungefähr im Mittelfeld. Dennoch sind die Zahlen so hoch, dass rechnerisch gesehen jeder Deutsche im Durchschnitt das erste halbe Kalenderjahr nur für den Fiskus arbeitet. Um diese Summe zu entlasten, gibt es die Möglichkeit, mit der Steuererklärung einen Teil der Steuerschuld zurückzuerhalten. Dabei erhalten deutsche Arbeitnehmer jährlich eine Steuerersparnis von durchschnittlich rund 823 Euro. Trotz dieser relativ hohen Zahl verzichten viele aus Unsicherheit oder Bequemlichkeit darauf, dieses Geld einzufordern.

Wie gelingt es Ihnen, ebenfalls Steuern zu sparen? In den meisten Fällen haben Sie viel erreicht, wenn Sie überhaupt eine Steuererklärung abgeben.
Wir wollen Sie deshalb dazu ermutigen, die notwendigen Formulare auszufüllen, um von den Vorzügen einer Steuererklärung zu profitieren. Haben Sie keine Angst vor dem Fiskus, sondern nutzen Sie geschickt die verschiedenen Sparmöglichkeiten aus.

Welche Arbeitnehmer müssen eine Steuererklärung abgeben?

Viele Arbeitnehmer können freiwillig eine Steuererklärung abgeben, andere sind wiederum dazu verpflichtet. Zu welcher Gruppe gehören Sie?
Trifft eine der folgenden Bedingung auf Sie zu, müssen Sie jährlich eine Steuererklärung abgeben:

  • Lohnersatzleistung, die innerhalb eines Jahres über 410 Euro liegt, wie:
    • Kurzarbeit
    • Krankengeld
    • Arbeitslosengeld I
  • Verheiratete mit Steuerklassen III und V, wenn der Partner in Steuerklasse V Arbeitslohn erhalten hat. Genaueres dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Finanzen in der Ehe.
  • Steuerklasse VI → wenn Sie mehr als einen Arbeitgeber haben
  • Nebeneinkünfte durch andere Einnahmen über 410 Euro im Jahr. Dazu zählen zum Beispiel:
    • Einnahmen aus Miete
    • Selbständige Arbeit
    • Ausländische Einkünfte, wie Erträge aus ausländischen Investmentfonds oder Einnahmen aus der Landwirtschaft, wenn die bewirtschaftete Fläche im Ausland liegt
  • Aufforderung vom Finanzamt: Wenn Sie eine schriftliche Aufforderung bekommen, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. Dies passiert zum Beispiel, wenn erstens das Amt eine Kontrollmitteilung von der Rentenversicherung erhält wegen Einkünften aus Kapitalvermögen, zweitens wenn Sie eine Erbschaft oder Schenkung erhalten haben oder wenn drittens ein Kontenabruf aufzeigt, dass Sie Sozialleistungen empfangen haben, die sich steuerlich auswirken können.
  • Beim zusätzlichen Arbeiten als Rentner bzw. mit weiteren Einkünften anderer Art während der Rente (Die Höhe richtet sich hier nach dem Jahr des Renteneintritts ). In seltenen Fällen (ca. zu einem Viertel) ist die Rente bereits alleine so hoch, dass sie den Grundfreibetrag übersteigt. Wenn dies zutrifft, müssen Sie ebenfalls eine Steuererklärung abgeben.

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Bei der Lohnsteuer nicht an Hilfsmitteln sparen

Sie haben noch nie eine Steuererklärung abgegeben? Oder sind sich häufig unsicher, auf was Sie achten müssen? Dann sind unsere allgemeinen Tipps, die Sie hier finden werden, sicher hilfreich.
Das gesammelte Hintergrundwissen allein reicht manchmal jedoch nicht aus. Es gibt viele Ausnahmefälle und individuelle Regelungen.

Daher sparen Sie trotz mancher Kosten am meisten Steuern, wenn Sie auf professionelle Unterstützung zurückgreifen, wie:

  • Lohnsteuerhilfevereine
  • Steuerberater
  • Spezielle Steuer-Programme

Nichtsdestotrotz verstehen Sie mit unseren Steuertipps für Arbeitnehmer bereits einfache Grundlagen, mit denen Sie schnell und kostenfrei Steuern sparen können.

Werbungskosten – die größte Chance auf Steuerrückzahlungen

Der größte Spielraum bei der Steuererklärung besteht bei den Werbungskosten. Hier haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeiten, eine Menge Steuern zu sparen. Dabei gelten als Werbungskosten alle Ausgaben, die mit Ihrer Arbeit in Verbindung stehen.

Info:

Die Steuer sieht eine grundlegende Pauschale von 1.000 Euro im Jahr für entstehende Werbungskosten eines Arbeitnehmers vor. Angeben dürfen Sie entstandene Kosten in der sogenannten Anlage N.

Ausgaben, die der Arbeitgeber nicht übernimmt, können Sie steuerlich absetzen und damit Steuern sparen. Dazu zählen zum Beispiel Kosten aus den Bereichen:

  • Arbeitsweg
  • Bewirtungskosten
  • Autounfall auf dem Arbeitsweg
  • Steuerberater
  • Homeoffice
  • Kontoführung
  • Fort- und Weiterbildung sowie Lerntreffen
  • Beiträge zu Berufsverbänden/Gewerkschaften
  • Berufskrankheiten
  • Arbeitsmittel
  • Bewerbung

Nicht alle Arten der Werbungskosten betreffen jeden Menschen. Doch bestimmte Ausgaben können beinahe alle Angestellten geltend machen.

Der Arbeitsweg

Wer täglich zur Arbeit fährt bzw. läuft, kann jeden einfach zurückgelegten Kilometer mit 30 Cent am Tag steuerlich absetzen.
Ohne Belege begrenzt das Finanzamt den Betrag maximal auf 4.500 Euro.
Als Fortbewegungsmittel gelten dabei unabhängig der tatsächlich entstehenden Kosten:

  • Autos
  • Öffentliche Verkehrsmittel
  • Fahrräder
  • Die eigenen Füße

Mit entsprechenden Belegen erkennt das Finanzamt auch höhere Beträge an. Vor allem, wenn Ihre Wohnung bzw. Ihr Haus sehr weit vom Arbeitsort entfernt liegt.

Zudem erkennt das Amt 220 bis 230 Tage an Fahrtweg im Jahr an.
Wie kommt der Staat auf diese Summe? Das Jahr hat normalerweise 365 Tage, davon zieht die Berechnung folgende Tage ab, an denen Sie nicht arbeiten:

  • Samstage
  • Sonntage
  • Etwaige Feiertage (je nach Bundesland unterschiedlich)
  • Urlaubstage
  • Krankheitstage
Info:

Beim Arbeitsweg zählt nicht die kürzeste Strecke! Sie dürfen den Weg wählen, welcher am schnellsten und damit für Sie zeitsparender ist. Selbst wenn dies einer höheren Entfernung entspricht. Das ist ein nicht zu unterschätzender legaler Steuertrick für Arbeitnehmer.

Dadurch können Sie allein für den Weg zur Arbeit über die gesamte Pauschale der Werbungskosten kommen.
Wie sich das selbst bei keinen weiteren Werbungskosten rentiert, erkennen Sie am besten an einem Beispiel:

Nehmen wir an, dass Sie fünf Tage die Woche arbeiten. Bei einer Entfernung von 20 Kilometern kommen Sie in einem Jahr bereits auf 1.320 Euro (für 220 Tage). Damit sparen Sie in Ihrer Lohnsteuer schon eine kleine Summe durch eine einfache Eintragung.
Der Aufwand hält sich dank heutiger Routenplaner zusätzlich sehr gering.

Arbeitsmittel

Wenn Sie mehr Steuern sparen möchten, sollten Sie nicht nur an große Ausgaben denken. Denn auch wenn Sie nicht jedes Jahr einen neuen Laptop oder einen neuen Kopierer kaufen müssen, gibt es viele kleine Anschaffungen, die Sie täglich brauchen. Dazu gehört alles, was Sie für Ihre Arbeit einsetzen und selbst bezahlt haben:

  • Bürobedarf
  • Schreibmaterial
  • Aktentaschen
  • Taschenrechner
  • Papierkorb
  • Kopierer
  • Fachbücher
  • Laptop/Computer
  • Maus
  • Tastatur
  • Büromöbel
  • Schreibtischlampe
  • Werkzeuge
  • Berufskleidung
    Tipp: Wenn Sie beispielsweise als Polizist oder Pfleger arbeiten, können Sie zusätzlich die jährlichen Reinigungskosten für Ihre Berufsbekleidung angeben.

Einen Gegenstand, den Sie bis zu 90 Prozent beruflich verwenden, können Sie bis zu einem Betrag von 478,90 Euro (Inkl. Mehrwertsteuer) komplett absetzen. Kaufbelege reichen dafür vollkommen aus.
Bei Arbeitsmitteln unter 110 Euro brauchen Sie häufig gar keinen Nachweis, um Steuern zu sparen.

Höhere Anschaffungskosten müssen Sie jedoch monatsgenau über die gesamte Nutzungsdauer verteilt abschreiben. Wenn Sie zum Beispiel ein Arbeitshandy kaufen, das fünf Jahre hält, sind Sie verpflichtet, die Kosten prozentual für fünf Jahre aufzuteilen.

Tipp:

Neu seit 1. Januar 2021: Aufgrund der höheren Homeoffice-Zahlen dürfen Sie nun Computerhardware und Software vollständig in einem Jahr von der Steuer absetzen. Unabhängig vom Preis.

Fort- und Weiterbildungen

Unabhängig davon, ob Ihr Arbeitgeber Ihnen Fort- bzw. Weiterbildungen anbietet oder Sie diese auf eigene Faust angehen. Was Sie aus eigener Tasche bezahlen, können Sie ebenfalls in den Werbungskosten steuerlich geltend machen. Steuern sparen Sie dabei mit:

  • Hin- und Rückfahrten
  • Übernachtungen
  • Weiteren Treffen mit Kollegen, um Lernstoff zu vertiefen→ Dafür benötigen Sie zusätzliche Nachweise über Aufzeichnungen zum gelernten Stoff sowie über die zurückgelegte Strecke mit Tankbelegen bzw. Tickets.

Homeoffice

Durch die anhaltende Corona-Pandemie betrifft das Thema Homeoffice immer mehr Arbeitnehmer. Steuern können Sie trotz fehlender Fahrtkosten sogar hier sparen. Selbst wenn Sie kein eigenes Arbeitszimmer haben.
Sie dürfen sowohl Ihren privaten Telefon- als auch Internet-Anschluss von der Steuer absetzen.

Entweder zählen dazu anteilig Grundgebühren oder ohne Einzelnachweis bis zu 20 Prozent Ihres Rechnungsbetrags. Dieser darf dann nicht höher als 20 Euro im Monat sein.
Dasselbe gilt auch für Ihre Handy-Verträge, bei denen Sie nachweisen können, dass Sie diese hauptsächlich für berufliche Gespräche nutzen.
Mehr dazu erfahren Sie in unseren Homeoffice-Tipps.

Arbeiten ohne Steuerpflicht

Sie möchten gerne neben Ihrem Beruf zusätzlich arbeiten? Steuern sparen Sie dabei nur unter bestimmten Bedingungen.
Ohne Ihr Einkommen zu versteuern, dürfen Sie folgender Arbeit nachgehen:

  • Ehrenamtlich unter 840 Euro im Jahr (seit 2021)
  • Minijob unter 450 Euro im Jahr

Keine Angst vor der Steuererklärung

Steuern sparen Sie mit unseren Tipps relativ einfach. Sie haben trotzdem Bedenken, eine Steuererklärung abzugeben? Im Zweifel verlieren Sie Geld, das Ihnen rechtlich zusteht. Es ist statistisch bewiesen, dass gerade Angestellte, die freiwillig ihre Steuer machen, dazugewinnen.
Die Steuer optimiert in diesem Fall Ihr Nettoeinkommen.

Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, dürfen Sie Ihre Steuererklärung rückwirkend für die letzten vier Jahre abgeben. Bei hohen Rückzahlungen summieren sich die Beträge eventuell stark.

Sie befürchten, dass Sie nach einer freiwilligen Steuererklärung Geld zurückzahlen müssen? Dann können wir Sie beruhigen:
Sie haben nach Erhalt des Steuerbescheids einen Monat Zeit, um Einspruch gegen die eigene Steuererklärung einzulegen. Das Finanzamt akzeptiert dies im Normalfall, sodass Sie keine Rückzahlung leisten müssen.
Ihre Steuererklärung gilt dann als nichtig, weshalb Sie keine Nachzahlungen befürchten müssen. Steuern sparen Sie damit zwar nicht, aber Sie haben auch keine negativen Folgen zu befürchten.

Die Inhalte dieses Beitrags wurden mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und dienen der allgemeinen Information. Dennoch stellen die Inhalte keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Bitte wenden Sie sich im Bedarfsfall an die zuständigen Stellen oder nehmen rechtliche Beratung in Anspruch.