Hilfreiche Finanztipps für Studenten

So meistern Sie die Finanzierung Ihres Studiums

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Wer an der Uni oder Hochschule durchstarten möchte, braucht neben Lernmotivation auch ein wenig Finanzwissen: Wie kommen Sie für Ihr Studium auf? Wenn Sie keine oder nur geringe Unterstützung von Ihren Eltern erhalten, profitieren Sie von unseren Sparpotenzialen & Finanztipps, die wir hier für Studenten zusammengefasst haben.

Financial Education – Teil 1: Lernen, neue Freunde, ein Umzug in eine andere Stadt – für frisch gebackene Studenten beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Das bedeutet auch, Verantwortung für die eigenen Finanzen zu übernehmen. Wie finanzieren Sie Ihr Studium? Welche Versicherungen sind wichtig? Wie können Sie clever sparen? Wir stellen Ihnen nützliche Finanztipps für Studenten vor. Dann klappt der Einstieg ins Studentenleben.

 

Ausgaben und Finanzierungsmöglichkeiten

Studienfinanzierung getreu dem Motto „Klappt schon irgendwie“ ist riskant. Machen Sie sich am besten bereits vor der Immatrikulation Gedanken darüber, wie Sie für anfallende Kosten aufkommen werden. Dafür sollten Sie erst einmal klären, wie viel Geld Sie monatlich in etwa brauchen. Welche Ausgaben kommen auf Sie während des Studiums zu?

Lebenshaltungskosten und regelmäßige Gebühren• Lebensmittel
• Kleidung
• Arzt- oder Apothekenkosten
• Miete und Nebenkosten
• Telefon und Internet
• Rundfunkbeiträge, sollten Sie nicht aufgrund einer BAföG-Förderung befreit sein
• Ggf. Versicherungsbeiträge
Studienrelevantes• Semesterbeiträge
• Lern- und Arbeitsmaterialien wie Laptop oder Fachbücher
• Exkursionen
Sonstiges• Neue Möbel
• Evtl. Fahrtkosten nach Hause
• Freizeitaktivitäten
• Sport
• Urlaub und/oder Festivals

Ausgaben im Blick behalten

Viele Studenten verwalten zum ersten Mal ihren eigenen Haushalt. Da ist es oft schwierig, die Übersicht über Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Im Jahr 2016 gaben Studenten durchschnittlich 867 Euro im Monat aus. Das ergab eine Studie des Deutschen Studentenwerks und des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, die Daten von über 55.000 Studierenden heranzog. Das ist kein Zuckerschlecken, aber mit einem Finanzplan fürs Studium schaffen Sie das! Halten Sie die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben in einer Excel-Tabelle, einem Haushaltsbuch oder einer entsprechenden App fest. So beugen Sie finanziellen Engpässen vor.

Genügend Geld fürs Studium

Viele Studenten erhalten Unterstützung ihrer Eltern. Diese bekommen bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld, solange Sie sich noch in Ausbildung befinden. Aber was, wenn Ihre Eltern wenig finanzielle Mittel haben? Mit folgenden Finanztipps können Studenten ihre Ausbildung selbst stemmen:

  1. Stipendien:
    Diese Möglichkeit der Studienfinanzierung ist nicht nur etwas für Jahrgangsbeste und Hochbegabte. Es gibt auch Stiftungen für Personen, die in ihrem Leben Schwierigkeiten meistern mussten, die sich ehrenamtlich engagieren oder aus einem bestimmten Landkreis stammen.
  2. Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG):
    Der Staat unterstützt Studenten finanziell bei ihrer Ausbildung, wenn deren Eltern die Mittel dazu nicht haben. Er gewährt Ihnen ein Darlehen von maximal 853 € monatlich (Stand 2020). Diesen Höchstsatz erhalten Sie allerdings nur, wenn Sie nicht mehr als 450 € monatlich verdienen. Außerdem darf das Einkommen Ihrer Eltern einen gewissen Betrag nicht überschreiten: Ehepaare oder Lebenspartner dürfen insgesamt 1.835 € pro Monat verdienen, für alleinstehende Elternteile liegt die Einkommensgrenze bei jeweils 1.225 € (Stand 2020). Haben Ihre Eltern monatlich mehr Geld zur Verfügung, sinkt Ihr BAföG-Satz. Die Höhe der Ausbildungsförderung hängt außerdem davon ab, ob Sie bereits Geld angespart haben. Denn wer Geld auf der hohen Kante hat, erhält weniger staatliche Förderung. Ab Herbst 2020 bleiben 8.200 € bei der BAföG-Förderung unberücksichtigt (bis dahin sind es 7.500 €). Die genauen Voraussetzungen können Sie beim zuständigen Studentenwerk erfragen oder sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung online über das BAföG informieren.
  3. Nebenjobs:
    Besonders in Studentenstädten gibt es viele unterschiedliche Jobangebote. Manche beschäftigen sich als Hilfskraft an der Uni oder Werkstudent in einem Unternehmen bereits mit studienrelevanten Themen. Andere entscheiden sich für Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten, etwa in der Gastronomie. Denn so können sie tagsüber Vorlesungen besuchen und abends oder am Wochenende einige Stunden arbeiten. Solange Sie bei einer solchen Tätigkeit weniger als 450 € monatlich verdienen, hat dieser Verdienst keine Nachteile auf die BAföG-Förderung während des Studiums. Für Praktika, Werkstudenten- und andere Nebenjobs im Studium gibt es außerdem einen Steuerfreibetrag: Im Jahr 2020 können Sie jährlich 9.408 € brutto verdienen, ohne Steuern zu zahlen.
  4. Bildungsfonds:
    Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen können als Förderer in Bildungsfonds einzahlen. Studenten erhalten dann Fixbeträge bis maximal ein Semester nach ihrer Regelstudienzeit. Sie bestimmen vorab, mit welchem Prozentsatz Ihres zukünftigen Einkommens Sie das Geld zurückzahlen. Auch die Rückzahlungsdauer legen Sie fest. Bildungsfonds können Sie unabhängig von Ihrem Einkommen und dem Vermögen Ihrer Eltern beantragen. Einige Voraussetzungen gibt es aber: Gute Noten, ein überzeugendes Auswahlgespräch und ein Studienfach mit guten Berufsaussichten. So verringern Investoren das Risiko, dass ein Studierender das Geld nicht zurückzahlen kann.
  5. KfW-Studienkredit:
    Studierende können einen KfW-Studienkredit beantragen. Das gilt für alle Studiengänge, Erst- und Zweitstudium, Bachelor und Master. Ein solches Darlehen ist komplett unabhängig vom Einkommen. Sie können es auch neben einer BAföG-Förderung in Anspruch nehmen, falls diese beispielsweise nicht ausreicht, um alle monatlichen Ausgaben zu decken. Einen KfW-Studienkredit beantragen Sie bei einem Vertriebspartner der Förderbank wie bei der PSD Bank Nürnberg. Denn die KfW hat keine eigenen Filialen, sodass alle Angelegenheiten über sogenannte durchleitende Banken erledigt werden. Sie können zwischen 100 und 650 € monatlich beantragen (Stand 2020). Im Unterschied zur BAföG-Förderung zahlen Sie den gesamten Betrag, inkl. Zinsen, zurück. Diese sind variabel, werden regelmäßig für ein Jahr festgelegt und liegen aktuell bei knapp 4 % (Stand: Februar 2020).

KfW-Studienkredit beantragen

Hier finden Sie alle Informationen zum einkommensunabhängigen Darlehen. So bleiben Sie finanziell flexibel!

Alle Vorteile im Überblick

Die wichtigsten Versicherungen für Studenten

Krankenversicherung

Auch für Studenten ist eine Krankenversicherung Pflicht. In der Regel sind Sie beitragsfrei bei Ihren Eltern familienversichert. Wann gilt das nicht?

  1. Am Anfang Ihres Studiums können Sie einmalig entscheiden, ob Sie privat oder gesetzlich versichert sein möchten.
  2. Wenn Sie monatlich mehr als 450 € verdienen, müssen Sie sich selbst versichern. Das kommt z. B. häufig während eines Praxissemesters vor.
  3. Studenten über 25 müssen sich ebenfalls selbst um ihre studentische Krankenversicherung kümmern. Dabei handelt es sich meist um vergünstigte Tarife, die bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres gelten.

Privathaftpflicht

Versehentlich Kaffee über den Laptop eines Kommilitonen geschüttet? Den Schlüssel zum Wohnheim verlegt? Mit einem Fußgänger zusammengestoßen, während Sie auf dem Fahrrad hektisch unterwegs zu einer wichtigen Prüfung waren? Schützen Sie sich vor hohen Kosten, wenn Sie Personen-, Sach- und Vermögensschäden an Dritten verursachen. Nicht umsonst wird die Privathaftpflicht als eine der wichtigsten freiwilligen Versicherungen betitelt.

Viele Studenten sind automatisch mitversichert, wenn ihre Eltern eine Familienhaftpflicht abgeschlossen haben. Allerdings sollten Sie die Konditionen gründlich prüfen. Denn diese unterscheiden sich je nach Versicherer und Tarif. Eine pauschale Aussage, ob die Familienversicherung bei Ihnen greift oder nicht, lässt sich kaum treffen. Bei vielen Anbietern gilt beispielsweise eine Altersgrenze von 25 oder 30 Jahren. Oder die Police schließt nur Studenten ein, die ihren Hauptwohnsitz bei Ihren Eltern haben. Sind Sie versichert? Super! Falls nicht, kümmern Sie sich am besten direkt um eine entsprechende Police.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Aufgrund von Krankheiten oder Unfällen nicht mehr arbeiten können – das scheint für viele Studenten oft weit weg und unrealistisch. „Das passiert mir schon nicht.“ – wer sich auf diese Annahme nicht verlassen möchte, kümmert sich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Studenten ist diese durchaus sinnvoll, da sie noch nicht über die Sozialversicherung abgesichert sind. Außerdem ist das Risiko für eine Berufsunfähigkeit in den meisten Fällen geringer als bei älteren Personen. Entsprechend sind auch die Beiträge niedriger. Wie viel Sie monatlich für eine solche Police bezahlen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Höhe der Berufsunfähigkeitsrente (z. B. 1.000 € pro Monat)
  • Alter
  • Geschlecht
  • Gesundheitszustand

Ein weiterer Vorteil, wenn Sie bereits als Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen: Als Arbeitnehmer zahlen Sie dann oft weniger, als andere Personen, die erst nach dem Studium eine Police beantragen.

Weitere Versicherungen

Entscheiden Sie selbst, ob Sie zusätzlich in eine oder mehrere der folgenden Versicherungen investieren möchten:

  • Hausratversicherung
  • Unfallversicherung
  • Auslandskrankenversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Diese Steuertipps sollten Studenten kennen

Sie sammeln bereits während des Studiums Praxiserfahrung im Job oder verdienen sich einfach etwas dazu? Sicher, warum nicht. Das Thema Steuern sollten Sie dabei nicht aus den Augen verlieren. Denn auch Studenten zahlen Einkommenssteuer, wenn ihr jährlicher Verdienst den Grundfreibetrag überschreitet: Er liegt im Jahr 2020 bei 9.408 Euro brutto. Verdienen Sie mehr als diese Summe, müssen Sie das versteuern. Informieren Sie sich bei Bedarf bei einem Steuerberater oder Ihrem regionalen Lohnsteuerhilfeverein.

Grundsätzlich können Sie Posten steuerlich absetzen, die Ihre Ausbildung betreffen beziehungsweise unmittelbar mit dem Studium zu tun haben, zum Beispiel:

  • Studiengebühren
  • Zinsen für einen Studienkredit
  • Kosten für einen Zweitwohnsitz
  • Fachliteratur und Lernmaterialien
  • Kopier-, Druck- und Bindekosten, z.B. für Studienarbeiten
  • Laptop, den Sie zum Arbeiten nutzen
Tipp:

Bewahren Sie Kassenzettel bzw. Belege für Anschaffungen auf, die Sie für das Studium geleistet haben. Denn diese können Sie in einigen Fällen rückwirkend von der Steuer absetzen.

Wie Sie sinnvoll Geld sparen

Teilen Sie sich Ihre Wohnung mit einem Mitbewohner oder essen Sie in der Mensa statt im Restaurant – einfache Ideen, aber durchaus effektiv! Mit folgenden kleinen Finanztipps können Studenten im Alltag clever sparen:

  1. Rabatte nutzen:
    Besonders in typischen Studentenstädten bieten Supermärkte, Friseure, Schwimmbäder, Restaurants, Bars, Museen, Kinos und Theater spezielle Studenten-Rabatte an. Dazu müssen Sie lediglich Ihren Studentenausweis vorzeigen. Außerdem gibt es Notebooks und Tablets für Studenten bei manchen Elektronik-Herstellern günstiger. Kaufen Sie diese für die Uni oder Hochschule, können Sie sie steuerlich absetzen.
  2. Günstig reisen von A nach B:
    Innerhalb der Stadt geht das am besten mit dem Semesterticket und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Kosten sind meist bereits im Semesterbeitrag enthalten. Suchen Sie sich bei Wochenend-Trips in die Heimat eine Mitfahrgelegenheit oder nehmen Sie Andere in Ihrem Auto mit. Fahren Sie regelmäßig weite Strecken mit dem Zug, die nicht mit dem Semesterticket abgedeckt werden? Dann lohnt sich möglicherweise eine Bahncard. Für Personen unter 27 Jahren ist diese günstiger – eine gute Idee, wenn die Familie nach Geschenkideen fragt.
  3. Angebote vergleichen bei Strom und Internet:
    Die Preise von Strom- und Internetanbietern variieren teilweise erheblich. Es ist daher empfehlenswert, verschiedene Angebote einzuholen und ggf. zu wechseln. Der Aufwand kann sich definitiv lohnen.
  4. Die richtige Bank:
    Eine weitere Sparmöglichkeit für junge Leute bieten viele Kreditinstitute. Bei der PSD Bank Nürnberg gibt es ein kostenloses Jugend-Girokonto für Studenten bzw. junge Erwachsene bis 27 Jahren und dazu eine kostenlose Kreditkarte. Bezahlen im Alltag und während des Auslandssemesters sind damit ein Klacks.
Tipp:

Auch Studenten sollten bereits an ihre Zukunft denken. Legen Sie schon während des Studiums etwas Geld zur Seite und sorgen Sie vor. Unsere Experten helfen Ihnen gerne dabei, mehr aus Ihren Ersparnissen zu machen. Schauen Sie in unserem Kontakt-Center vorbei und sprechen Sie mit uns – persönlich, digital oder telefonisch. Gemeinsam finden wir die optimale Lösung für Sie!