7 Tipps für die Wohnungssuche

Welche Punkte gibt es zu beachten?

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Lesedauer: 9 Minuten

Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist hart umkämpft. Laut aktuellen Statistiken suchen mehr als 54,4 Prozent länger als ein Jahr nach einer neuen Bleibe – 23 Prozent der Suchenden sogar mehr als zwei Jahre. Zählst Du dazu oder planst Du zukünftig, eine neue Wohnung zu suchen? Dann solltest Du strukturiert und mit Plan vorgehen. In diesem Artikel geben wir Dir sieben Tipps an die Hand, die Dir bei der Wohnungssuche helfen können.

© istock.com/Drs Producoes

Tipp 1: Welche Unterlagen benötige ich auf Wohnungssuche?

Am liebsten möchten Vermieter:innen und/oder die Hausverwaltung schon vor dem ersten Besichtigungstermin wissen, wer Du eigentlich bist. Deshalb öffnet Dir eine Bewerbungsmappe die Türen zu Deiner Traumwohnung.

In der Mappe darf keinesfalls fehlen:

  • Aussagekräftiges Anschreiben (abgestimmt auf die Wohnung)
  • Lebenslauf, in dem Du Einblicke in Deine private und berufliche Lebenssituation gewährst
  • Aktuelles Foto von Dir und ggf. Deiner Familie
  • Selbstauskunft inkl. Bonitätscheck und Einkommensnachweis
  • Aktuelle Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
  • Kopie Deines Personalausweises (Vorder- & Rückseite)
Tipp:

Die Bewerbungsmappe ist bei der Wohnungssuche ein echter Geheimtipp! Um diesen richtig auszuspielen, solltest Du die Bewerbungsmappe direkt bei der Anfrage zur Wohnungsbesichtigung mitschicken. So steigerst Du Deine Chancen, die Wohnung zu bekommen, und stichst selbst bei Massenbesichtigungen hervor.

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Tipp 2: Wie gehe ich bei der Wohnungssuche vor?

  • Informiere Dich über den Stadtteil bzw. das Umfeld der Wohnung.
  • Schaue nach, wo die Preise von ähnlichen Wohnungen liegen.
  • Erstelle eine Liste mit relevanten Fragen zur Wohnung und zum Mietvertrag.
  • Achte beim Besichtigungstermin auf Dein äußeres Erscheinungsbild (Kleidung etc.).
  • Sei 10 bis 15 Minuten vor dem eigentlichen Besichtigungstermin an der Wohnung und nutze eventuelle Wartezeiten, um Dir ein Bild von der direkten Umgebung zu machen.
Tipp:

Wenn Du eine langfristige Bleibe suchst, solltest Du Dir für diesen Tipp lieber zu viel als zu wenig Zeit nehmen! 

Welche Fragen sollte ich unbedingt an den/die Vermieter:in stellen?

Eine Wohnungsbesichtigung ist aber nicht nur dafür da, dass Vermieter:innen Dich kennenlernen. Auch Du solltest die Gelegenheit nutzen, um offene Punkte für Dich zu klären und herauszufinden, ob die Wohnung wirklich zu Dir passt. Folgende Fragen können für Dich bei der Wohnungssuche relevant sein:

  • Wie hoch ist die Miete und wann ist sie jeweils fällig?
  • Wie hoch sind die Nebenkosten?
  • Was ist in den Nebenkosten alles enthalten?
  • Liegt ein aktueller Energieausweis für die Wohnung vor?
  • Welche Heizungsart wird in der Wohnung genutzt?
  • Wie hoch ist die Kaltmiete?
  • Wie hoch ist die Kaution?
  • Wann wurde die Wohnung zuletzt renoviert?
  • Gehört die Küche dazu (falls vorhanden)?
  • Gab/gibt es Schimmel, Feuchtigkeit oder andere Mängel in der Wohnung?
  • Welche Parkmöglichkeiten gibt es?
  • Gibt es bekannte „Störfaktoren“ in der näheren Umgebung, zum Beispiel Lärmquellen wie Baustellen oder stark befahrene Straßen?
  • Gehört ein Keller oder Dachboden zu dieser Wohnung?
  • Wer ist mein:e Ansprechpartner:in bei Mängeln?
  • Gibt es eine Hausordnung und welche Regelungen sind darin besonders wichtig?
  • Wann kann ich frühestens einziehen?
  • Läuft das Mietverhältnis befristet oder unbefristet?
  • Darf ich ein Haustier halten?
  • Muss ich die Wände beim Auszug streichen oder renovieren?
Info:

Es gibt kein Gesetz, das Vermieter:innen zur Antwort verpflichtet. Bei einer Antwort müssen Vermieter:innen jedoch die Wahrheit sagen. Stellt sich später heraus, dass er oder sie bei wesentlichen Punkten (Miethöhe, Schimmel etc.) bewusst falsche Angaben gemacht hat, kannst Du beispielsweise den Mietvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. 

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Tipp 3: Wo suche ich am besten nach Wohnungsangeboten?

Laut dem deutschen Mieterbund fehlen aktuell 600.000 bis 800.000 Wohnungen in Deutschland. Das heißt: Du musst einen ganzheitlichen Blick über die Wohnungsangebote in Deiner Region bekommen. Das funktioniert am zuverlässigsten, wenn Du Dich nicht nur auf ein Immobilienportal konzentrierst, sondern:

  • Dich bei mehreren Immobilienportalen registrierst.
  • Freund:innen, Verwandte und Arbeitskolleg:innen fragst, ob sie jemanden kennen, der eine Wohnung vermietet.
  • die Zeitungsannoncen aus den Wochenzeitungen nach passenden Wohnungsangeboten durchblätterst.
  • eigenständig eine Suchanzeige auf unterschiedlichen Portalen aufgibst.
  • aktiv unterschiedliche Hausverwaltungen oder Wohnungsunternehmen kontaktierst und fragst, ob sie aktuell freie Mietwohnungen besitzen.

Tipp 4: Lohnt sich ein Premium-Account bei Immobilienportalen?

Auf unterschiedlichen Immobilienportalen, wie Immowelt oder Immobilienscout24, kannst Du neben dem kostenlosen Profil auch eine Premiumfunktion buchen. Das bietet Dir mehrere Vorteile:

  • Du siehst Wohnungsanzeigen noch bevor andere Nutzer:innen sie sehen (bis zu 48 Stunden je nach Portal).
  • Du erhältst einen umfassenden Überblick über die Marktdaten, wie etwa Durchschnittspreise.
  • Du kannst eine digitale Bewerbermappe (inkl. Bonitätsnachweis etc.) anlegen und kannst sie mit einem Klick mit der ersten Kontaktaufnahme verschicken.
  • Du kannst direkt einsehen, wie viele Interessent:innen es bereits für eine bestimmte Wohnung gibt.
Tipp:

Nutze außerdem die Push-Nachrichten der Immobilienportale. So erhältst Du sofort eine Benachrichtigung, wenn eine neue Wohnung auf dem Markt ist. 

Tipp 5: Wie flexibel sollte ich bei der Wohnungssuche sein?

Suchst Du bereits seit Monaten erfolglos nach einer neuen Wohnung? Dann solltest Du noch einmal einen Blick auf Deine Suchkriterien werfen und Dich vielleicht mit einem Kompromiss anfreunden. Manchmal reicht es schon, das Budget um 50 bis 100 Euro aufzustocken oder Deine Must-haves zu hinterfragen: Wäre es beispielsweise möglich, auf bestimmte Ausstattungsmerkmale zu verzichten, wenn die Lage überzeugend ist – etwa die heißgeliebte Badewanne gegen eine Dusche einzutauschen oder Ähnliches?

Besonders junge Menschen, die ihre erste eigene Wohnung suchen, müssen budgetbedingt häufig zwischen unverzichtbaren Anforderungen und persönlichen Wunschkriterien unterscheiden. Das erleichtert die Wohnungssuche und erweitert die Auswahl geeigneter Angebote.

Tipp:

Bleib flexibel: Überprüfe Deine Ansprüche im Laufe der Wohnungssuche und gleiche sie mit den Gegebenheiten des Wohnungsmarktes ab.

Beispiel: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, Dein Traumobjekt in der gewünschten Lage tatsächlich zu finden? Bleibt Deine Suche zu lange erfolglos, solltest Du Dir überlegen, welche Kompromisse Du eingehen kannst.

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Tipp 6: Wie überzeuge ich bei der Wohnungsbesichtigung?

Der erste Eindruck entscheidet, ob Du in die engere Auswahl für die Wohnung kommst oder nicht. Deshalb solltest Du Dich bei der Wohnungsbesichtigung möglichst positiv präsentieren. Das gelingt Dir unter anderem, indem Du folgende Punkte beachtest:

  • Sei pünktlich: Klingt banal, ist jedoch essenziell, denn wenn Du Dich an die Terminabsprache hältst und damit nicht die Zeitplanung auf Kosten anderer durcheinanderbringst, erhöhst Du Deine Chancen auf eine Wohnungszusage enorm.
  • Unterlagen vollständig abgeben: Idealerweise verschickst Du Deine Bewerbungsmappe bereits vor dem Besichtigungstermin an den/die Vermieter:in. Alternativ kannst Du sie auch zum Besichtigungstermin mitbringen.
  • Gezielte Fragen stellen: Stelle dem/der Vermieter:in während der Wohnungsbesichtigung direkt Fragen. So signalisierst Du Interesse und hinterlässt einen positiven Eindruck.
Info:

Vermieter:innen dürfen Dir nur Fragen stellen, die direkt mit dem Mietverhältnis zusammenhängen. Unzulässig sind zum Beispiel Fragen nach Deinen Hobbys, sofern diese sich nicht negativ auf die Immobilie bzw. die Hausgemeinschaft auswirken könnten, Deiner Arbeit außerhalb der Feststellung Deiner Zahlungsfähigkeit, Deiner Religion, Deiner Herkunft, Deiner politischen Einstellung sowie Deiner sexuellen Orientierung oder Identität.  

Bei unberechtigten Fragen darfst Du ausweichend antworten, ohne dass Vermieter:innen den Mietvertrag nachträglich wegen arglistiger Täuschung anfechten oder kündigen können.  

Warum Ehrlichkeit bei der Wohnungssuche wichtig ist

Gerade das Thema von unberechtigten Fragen und ausweichenden Antworten sorgt im Rahmen der Wohnungssuche immer wieder für Unsicherheit. Eine Vermietungssituation ist nicht nur ein Vertrag auf dem Papier, sondern auch ein Vertrauensverhältnis zwischen Mieter:innen und Vermieter:innen. Vermieter:innen überlassen Dir ihre Wohnung vertrauensvoll in der Erwartung, dass Du pfleglich mit ihr umgehst. Gleichzeitig vertraust Du darauf, dass Dich nach dem Einzug keine unangenehmen Überraschungen erwarten. Wichtig in dem Zusammenhang ist:

  • Unzulässige Fragen: Auf Fragen, die nichts mit dem Mietverhältnis zu tun haben, musst Du nicht ausführlich antworten.
  • Ausweichende Antworten: Eine zurückhaltende Antwort kann sinnvoll sein, wenn die Frage zu privat, unpassend oder diskriminierend ist.
  • Relevante Informationen: Alles, was im Nachgang den Hausfrieden stören und gegebenenfalls eine Mietminderung für eine andere Partei bedeutet kann, solltest Du ehrlich beantworten.
  • Langfristiges Verhältnis: Bedenke, dass Du nach dem Einzug weiterhin mit dem/der Vermieter:in und natürlich auch mit den neuen Nachbar:innen zu tun hast – ein fairer Umgang hilft deshalb von Anfang an.
Tipp:

Eine mögliche Art, mit unangenehmen Fragen umzugehen, wäre, eine Gegenfrage zu stellen. Erscheint Dir eine Frage zunächst unpassend, kannst Du Dich zunächst nach dem Hintergrund erkundigen. Manchmal steckt ein berechtigtes Anliegen dahinter – beispielsweise, wenn es in der Vergangenheit bereits Beschwerden wegen Lärms oder andere Konflikte im Haus gab. So kannst Du Missverständnisse ausräumen und Deine Sichtweise erklären, ohne unnötig Spannung in das Gespräch zu bringen. 

Tipp 7: Was, wenn ich nach der Besichtigung eine Absage erhalte?

Im letzten Tipp zur Wohnungssuche geht es darum, selbst bei einer erfolglosen Wohnungsbewerbung den Kontakt zum/zur Vermieter:in oder dem Wohnungsunternehmen zu halten. Frage gezielt nach, ob sie noch weitere freie Wohnungen haben. Wenn dies aktuell nicht der Fall ist, bitte sie darum, Dich in die Interessentenliste aufzunehmen. Manchmal lohnt es sich auch, nach ein paar Wochen noch einmal nachzuhaken.