Pflanzen überwintern

Pflanzen auf Balkon und Terrasse: So klappt die Überwinterung

Was mache ich mit meiner Terrasse oder meinem Balkon im Herbst und wie kann ich meine Pflanzen erfolgreich überwintern? Antworten gibt's hier.

Wenn im Herbst die Temperaturen sinken, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Überwinterung von Kübelpflanzen auf Ihrem Balkon und der Terrasse zu planen. Je nachdem, um welche Pflanzen es sich handelt, bieten sich verschiedene Methoden an. Es gibt drei grundsätzliche Varianten:

 

  1. das geschützte Überwintern im Freien
  2. das kalte und dunkle Winterquartier
  3. das kühle und helle Winterquartier.

 

Für das geschützte Überwintern im Freien kommen nur frostharte Pflanzen in Frage. Das dunkle und kalte Winterquartier ist für nicht frostharte, laubabwerfende Arten die richtige Wahl. Immergrüne Pflanzen überwintern am besten an einem kühlen und hellen Ort. Weitere wichtige Aspekte einer erfolgreichen Winterruhe der Pflanzen sind die Wasserversorgung sowie der Rückschnitt.

Frostharte Pflanzen draußen überwintern

Die meisten in Deutschland üblichen Kübelpflanzen sind nicht frosthart. Es gibt jedoch eine Reihe von Ausnahmen, die den Winter durchaus im Freien verbringen können. Zu diesen Pflanzen gehören zum Beispiel:

  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
  • Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)
  • Rosen (Rosa)
  • Rhododendren (Rhododendron)
  • Winterheide (Erica carnea)
  • Ginko (Ginkgo biloba)
Wichtig:

Winterhärte bedeutet allerdings keinesfalls, dass Sie die Pflanzen in der kalten Jahreszeit einfach draußen stehen lassen können.

Auch Arten, die im Garten wachsend keinen Schutz benötigen, müssen im Kübel gut auf Minusgrade vorbereitet werden. Das hat einen einfachen Grund: Die Wurzeln sind nur durch eine vergleichsweise geringe Menge Substrat geschützt.

Außerdem befinden sie sich im Kübel oder im Balkonkasten über dem Bodenniveau. Es kommt also relativ schnell zum kompletten Durchfrieren des gesamten Wurzelbereichs. Dadurch wird die Fähigkeit zur Wasseraufnahme gestört. Sogenannte Frosttrocknis ist die Folge. Die Pflanzen verlieren dabei zunächst alle Blätter und verdursten dann buchstäblich.

5 Tipps zum Überwintern von Pflanzen im Freien

Einen umfassenden Winterschutz für draußen können Sie ohne viel Aufwand leicht im Do-it-yourself-Verfahren selbst herstellen. Folgen Sie dafür einfach den folgenden Tipps:

  1. Stellen Sie den Kübel auf Füße aus Ton oder auf eine dicke Platte aus Styropor.
  2. Umwickeln Sie den Kübel mit wärmedämmenden Materialien wie Luftpolsterfolie, Vlies oder Wollfilzmatten.
  3. Schichten Sie im Kübel organisches Material wie Laub oder Reisig auf.
  4. Bedecken Sie die oberirdischen Teile der Pflanze mit Zweigen von Koniferen wie Kiefern.
  5. Stellen Sie die Pflanzen an einen windgeschützten Ort und rücken Sie die Kübel möglichst dicht zusammen.

 

Frostempfindliche immergrüne Pflanzen im Winterquartier

Frostempfindliche immergrüne Pflanzen sollten grundsätzlich in ein geschütztes Winterquartier umsiedeln. Der Raum sollte kühl, aber nicht kalt sein. Ein Temperaturbereich um 10 °C ist ideal. Zugleich ist Helligkeit sehr wichtig. Reinigen Sie verschmutzte Scheiben und stellen Sie die Pflanzen am besten direkt an das Fenster. Wenn Sie einen Wintergarten im Haus haben, verfügen Sie bereits über einen idealen Standort. Darüber hinaus kommen auch unbeheizte Treppenaufgänge oder ein Flur mit Fenstern in Frage.

Info:

Der Keller ist in den meisten Fällen wegen der fehlenden Helligkeit eher ungeeignet.

Eine Temperatur über 15 °C sollten Sie grundsätzlich vermeiden. Wärme führt dazu, dass die Pflanzen ihren Stoffwechsel nicht hinreichend herunterfahren und in vielen Fällen sogenannte Geiltriebe ausbilden. Die dafür nötige Energie steht dann im Frühjahr nicht mehr für die gewöhnlichen Triebe zur Verfügung.

Eine geringfügige Unterschreitung von 10 °C ist in den meisten Fällen unproblematisch. Reduzieren Sie aber bei niedrigeren Temperaturen auch den Lichteinfall ein wenig, zum Beispiel mit lichtdurchlässigen Vorhängen. Zu den immergrünen Pflanzen, die in ein Winterquartier gehören, zählen zum Beispiel:

  • Oleander (Nerium oleander)
  • Echter Ölbaum oder Olivenbaum (Olea europaea)
  • Zitronenbaum (Citrus limon)
  • Keulenlilie (Cordyline australis)
  • Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis)

 

Frostempfindliche laubabwerfende Balkonpflanzen überwintern

Frostempfindliche laubabwerfende Arten gehören ebenfalls vor den ersten Minusgraden in einen geschützten Raum. Das optimale Winterquartier unterscheidet sich von einem guten Standort für immergrüne Pflanzen durch Helligkeit und Temperatur. Der Raum sollte dunkel sein. Sogar komplette Finsternis bringt für die Pflanzen keinen Nachteil mit sich. Die Temperatur sollte maximal 5 °C betragen, darf aber andererseits nicht unter den Gefrierpunkt sinken.

Um sich unnötige Arbeit im Haus zu ersparen, können Sie alle bei Wintereinbruch noch nicht abgeworfenen Blätter selbst abschneiden, bevor Sie die Pflanzen übersiedeln. Der Keller bietet sich als Winterquartier an, sofern sich keine aktive Heizungsanlage im selben Raum befindet. Auch ein ungeheizter Dachboden kommt in Frage. Ist es dort zu hell, verhängen Sie einfach die Fenster mit einem lichtundurchlässigen Stoff. Wählen Sie ein dunkles und kaltes Winterquartier zum Beispiel für diese Pflanzen:

 

  • Engelstrompete (Brugmansia)
  • Fuchsie (Fuchsia)
  • Stechapfel (Datura)
  • Storchschnabel (Geranium)
  • Schönmalve (Abutilon)

 

Pflanzen im Winterquartier (sparsam) gießen

Grundsätzlich gilt: Der Wasserbedarf der Pflanzen sinkt in der Winterzeit deutlich, allerdings nicht auf null. Orientieren Sie sich beim Gießen an einem ein- bis zweiwöchigen Turnus. Es hilft, die Daten im Kalender einzutragen, um den Überblick zu behalten. Führen Sie ergänzend immer eine Fingerprobe durch: Ist in der oberen Substratschicht noch Feuchtigkeit zu spüren, besteht aktuell kein Wasserbedarf.

 

Achten Sie außerdem darauf, den Pflanzen mit dem Wasser keinen Temperaturschock zu versetzen. Ein solcher belastender Schock lässt sich leicht vermeiden: Stellen Sie das Wasser einen Tag vor dem geplanten Gießtermin neben die Kübel in das Winterquartier. Dann ist die optimale Temperatur garantiert.

Rückschnitt der Pflanzen mitten im Winter vermeiden

Sofern ein Rückschnitt der Pflanzen nötig ist, führen Sie diesen am besten vor oder nach der Winterruhe durch. Beim herbstlichen Rückschnitt wählen Sie einen Termin, der etwa zwei Wochen vor dem ersten erwarteten Frost liegt. Dann haben die Pflanzen noch genügend Zeit, die Wundheilung abzuschließen, bevor die Kälteperiode beginnt. Ein Zeitpunkt im frühen Frühjahr ist ebenfalls möglich. Er sollte dann aber immer vor der Ausbildung der ersten Triebe liegen. Ob ein herbstlicher Schnitt oder ein Frühjahrsschnitt sinnvoller ist, hängt ebenso wie die Intensität des Rückschnitts von der Art oder Gattung ab.

Fuchsien zum Beispiel tut ein kräftiger Rückschnitt im November gut. Dasselbe gilt auch für Engelstrompeten. Hier dürfen Sie ruhig radikal vorgehen, sodass nur Stummel überwintern. Beim Lorbeer genügt ein moderater Formschnitt im Herbst oder Frühjahr. Die Blätter sollten Sie nicht wegwerfen: Sie eignen sich hervorragend zum schmackhaften Würzen von Suppen und vielen anderen Gerichten. Zitruspflanzen können Sie moderat im Frühjahr zurückschneiden. Für den Oleander bietet sich der Herbstschnitt an.

Tipp:

Achten Sie darauf, nicht alle Triebe zu kappen. Die Pflanze blüht sonst im nächsten Jahr nicht.