Baukindergeld 2020 – wie geht es nun weiter?

Schnell sein und rechtzeitig Baukindergeld beantragen

Familien können bis 2021 noch vom Baukindergeld profitieren, wenn sie ein selbst genutztes Haus bauen oder kaufen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Förderzeitraum für die Gewährung bis zum 31. März 2021 verlängert. Diesen staatlichen Zuschuss können Sie bei der KfW beantragen – allerdings aktuell nur bis Ende 2023. Voraussetzungen und Fristen lesen Sie hier.

Familien bzw. Eltern mit moderatem Einkommen können eine staatliche Förderung für ihre Baufinanzierung bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) beantragen – das Baukindergeld. Aber aufgepasst: Diese Förderung gibt es nur, wenn Sie den Antrag bis Ende 2023 stellen und ihn spätestens sechs Monate nach Einzug bei der KfW einreichen. Zudem müssen Sie die Wohnimmobilie zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. März 2021 gekauft oder in diesem Zeitraum die Baugenehmigung erhalten haben. Wer 2020 noch vom Baukindergeld profitieren möchte, sollte also schnell handeln.

 

Wichtige Voraussetzungen für Baukindergeld

Zum perfekten Familienglück gehören für viele die eigenen vier Wände – sei es eine geräumige Wohnung in der Stadt oder ein Haus im Grünen. Wie lässt sich eine solche Investition finanzieren – vor allem, wenn das Startkapital begrenzt ist? Mit Baukindergeld. Nun, zumindest erleichtert diese staatliche Förderung den Schritt ins eigene Heim. Dieses KfW-Förderprogramm mit der Nummer 424 startete im September 2018. Damit können Familien staatliche Zuschüsse für ihr Eigenheim in Anspruch nehmen, wozu die Bundesregierung insgesamt mehrere Milliarden Euro vorgesehen hat.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:

  • Pro Kind gibt es einen Zuschuss von 12.000 Euro.
  • Die Zuschüsse werden über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren ausbezahlt.
  • Einer Familie mit zwei Kindern steht damit ein Baukindergeld in Höhe von 24.000 Euro zu.

Um diese Ansprüche geltend zu machen, müssen Sie einige Bedingungen erfüllen. Grundsätzlich gibt es Baukindergeld nur, wenn Sie bis Ende 2020 erstmals Wohneigentum kaufen oder neu bauen. Sie müssen diese Immobilie zudem selbst nutzen. Außerdem muss sie sich in Deutschland befinden. Daher kommt eine Förderung nicht infrage bei:

  • Wohneigentum, das vermietet wird oder leer steht
  • Ferienhäusern oder -wohnungen
  • vererbten Immobilien
Tipp:

Im Freistaat Bayern gibt es weitere Förderungen für Familien und Alleinstehende mit Kind, wenn sie ein Haus bauen oder kaufen möchten. Dank des sogenannten Baukindergeld Plus erhalten Sie jährlich pro Kind 300 Euro mehr, also 1.500 statt 1.200 Euro. Die Bayerische Eigenheimzulage ist ein einmaliger Zuschuss von 10.000 Euro. Beide Förderungen reichen Sie bei der BayernLabo ein. Dort können Sie sich auch über spezielle Bedingungen informieren.

Wer kann Baukindergeld beantragen?

Auch für die Antragsteller selbst schreibt der Bund bestimmte Kriterien vor. Den jährlichen Zuschuss von 1.200 Euro pro Kind erhalten Personen, …

  • die selbst kindergeldberechtigt sind oder einen gemeinsamen Haushalt mit einer kindergeldberechtigten Person führen.
  • in deren Haushalt mindestens ein Kind lebt, das zum Zeitpunkt der Antragstellung minderjährig ist.
  • deren zu versteuerndes Haushaltseinkommen pro Jahr nicht über 90.000 Euro liegt (für jedes weitere Kind erhöht sich die Summe um 15.000 Euro).

Als Maßstab für das Haushaltseinkommen nimmt die KfW den Durchschnittswert aus dem zweiten und dritten Jahr vor der Antragsstellung. Wenn Sie beispielsweise 2020 Baukindergeld beantragen, braucht die KfW Einkommensnachweise für 2017 und 2018.

 

Bis wann gibt es Baukindergeld?

Soweit also die finanziellen Rahmenbedingungen. Wenn Sie sich nun fragen: „Wann kann ich Baukindergeld beantragen?“, lautet die Antwort: Am besten jetzt. Wenn Sie vom Baukindergeld ab 2020 profitieren möchten, sollten Sie nämlich zeitliche Fristen beachten. Als Stichtag für das Baukindergeld hat die KfW den 31. Dezember 2023 festgesetzt. Bis dahin können Sie einen Antrag auf Baukindergeld stellen, wenn …

  • Sie den notariellen Kaufvertrag für Ihre Wohnimmobilie zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.03.2021 unterzeichnet haben,
  • oder die Baugenehmigung in diesem Zeitraum erteilt wurde.

Wichtig: Der Antrag auf KfW-Baukindergeld muss spätestens sechs Monate nach dem Einzug vorliegen. Es wird also höchste Zeit, die erforderlichen Unterlagen einzureichen – egal, ob Sie schon umgezogen sind oder noch Bauarbeiten bevorstehen.

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Jetzt Antrag auf Baukindergeld stellen

Wenn Ihr Wohneigentum alle genannten Kriterien erfüllt, geht es im nächsten Schritt zur offiziellen KfW-Webseite. Dort registrieren Sie sich auf dem Zuschussportal als Neukunde. Danach können Sie Ihren Antrag auf Baukindergeld mit wenigen Klicks online versenden. Die KfW schickt Ihnen daraufhin eine Antragsbestätigung zu. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Bestätigung darüber, dass der Antrag eingegangen ist. Damit dieser auch wirklich genehmigt wird, sind folgende Schritte notwendig:

  1. Zuerst weisen Sie nochmals Ihre Identität nach – entweder per Video-Identifizierung oder über das Postident-Verfahren der Deutschen Post.
  2. Innerhalb von drei Monaten nach der Antragsbestätigung müssen Sie einige Dokumente einreichen. Dadurch beweisen Sie, dass Sie die Förderbedingungen für Ihren Haushalt bzw. Ihr Wohneigentum einhalten.

Checkliste: Das benötigen Sie für Ihren Antrag

  • Einkommenssteuerbescheide aus dem zweiten und dritten Jahr vor der Antragsstellung: Wenn mehrere Erwachsene in einem Haushalt leben, müssen auch die Ehe- bzw. Lebenspartner ihre Einkommensnachweise einreichen.
  • Amtliche Meldebestätigung für die geförderte Immobilie als Haupt- oder alleinigen Wohnsitz: Sollten Sie keinen neuen Wohnsitz anmelden, genügt eine aktuell ausgestellte Meldebescheinigung mit formloser Erklärung. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie eine Wohnung kaufen, in der Sie bereits zur Miete wohnen. Die Meldebestätigung oder -bescheinigung muss außerdem das Geburtsdatum der Kinder enthalten.
  • Grundbuchauszug als Nachweis über den Erwerb von Wohneigentum: In diesem Dokument müssen die Adresse der Immobilie und der Name des Eigentümers stehen. Wenn es noch keinen Eintrag im Grundbuch über den Eigentümerwechsel gibt, genügt zwischenzeitlich eine Auflassungsvormerkung.

Letztendlich wird die KfW Anträge auf Baukindergeld nur genehmigen, wenn alle genannten Nachweise vorliegen. Diese müssen Sie innerhalb von drei Monaten einreichen, nachdem Ihr Antrag bestätigt wurde. Fehlt Ihnen ein Nachweis, können Sie eine frei formulierte Erklärung einreichen, damit die Frist verlängert wird. Zudem sollten Sie sich darauf einstellen, dass Sie eventuell noch weitere Unterlagen vorzeigen müssen. So behält sich die KfW beispielsweise vor, auch den notariellen Kaufvertrag oder die schriftliche Baugenehmigung einzufordern.

Was passiert nach der Auszahlung des Baukindergelds?

Angenommen, Ihr Antrag wird bewilligt und Ihre Familie bekommt die staatlichen Zuschüsse fürs Eigenheim. In diesem Fall fließen nun jedes Jahr 1.200 Euro (pro Kind) auf Ihr Konto. Im Gegenzug müssen Sie bis zum Ende des Förderungszeitraums von 10 Jahren sämtliche Nachweise bereithalten. Hierzu gehören in erster Linie:

  • Einkommensteuerbescheide
  • Meldebestätigung bzw. -bescheinigung
  • Grundbuchauszug
  • Nachweis zur Kindergeldberechtigung
  • Kaufvertrag bzw. Baugenehmigung

Des Weiteren unterliegen Zuschussempfänger einer Auskunfts-, Sorgfalts- und Informationspflicht. Das bedeutet, dass Sie die KfW umgehend in Kenntnis setzen müssen, falls …

  • Sie die geförderte Wohnimmobilie nicht mehr selbst als Haupt- oder alleinigen Wohnsitz nutzen.
  • Sie nicht mehr mindestens Haupt- oder Miteigentümer der geförderten Wohnimmobilie sind.
  • auf Ihren Haushalt weniger als die Hälfte des Eigentums an der geförderten Wohnimmobilie entfällt.

 

Baukindergeld bis 2023 sichern und dauerhaft profitieren

Im Großen und Ganzen macht das KfW-Förderprogramm die Baufinanzierung für Familien deutlich einfacher. Alles, was Antragsteller dafür tun müssen, ist die erforderlichen Unterlagen einzureichen und aufzubewahren. Das Beste daran: Von den einmaligen Zuschüssen müssen Sie am Ende keinen Cent zurückbezahlen. Es lohnt sich also, nicht irgendwann, sondern noch 2020 Baukindergeld zu beantragen. Denn bislang gilt die Devise: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es übrigens auch möglich, das Baukindergeld mit weiteren Förderungen für Ihren Hausbau zu kombinieren. Hierfür kommen beispielsweise folgende Optionen infrage:

  • KfW-Kredit für energieeffizientes Bauen
  • KfW-Kredit oder -Zuschuss für energieeffizientes Sanieren
  • Marktanreizprogramm zur Nutzung erneuerbarer Energien des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle)
  • BAFA-Förderprogramm des Bundes für die Heizungsoptimierung (BAFA)

So können sich insbesondere Familien, die auf nachhaltiges Wohnen setzen, finanzielle Unterstützung sichern. Schließlich investieren Eltern mit Baukindergeld nicht nur in die eigene Zukunft, sondern auch in die ihrer Kinder.